Das Tankpad von POLO (Carbon-Look, POLO Standard, 4 Rippen) wurde ebenso gestern angebracht. Dazu reinigte ich die Tankoberfläche im unteren Bereich (da, wo man gerne mit dem Hosenknopf gegenschubbert). Ich verwendete erst Glasreiniger, auf einem weichen Handtuch. Dann sprühte ich auf ein Wattepad etwas Visierreiniger, und wischte vorsichtig nach. Jetzt war die Stelle gut vorbereitet. Das Tank-Pad hatte ich die ganze Vorbereitungszeit über am Körper angewärmt. Manche sagen, man könne das nur bei 20 Grad Außentemperatur ankleben. Tja, da ist das Pad selber aber immer noch bretthart. So hatte es durch die Körperwärme von 36 Grad eine angenehm weiche Struktur. Das Verkleben war dann die Sache für sich. Einmal klebte ich es schief. Das kann vorkommen, wenn das Möff auf dem Seitenständer ist, und man irgendwie einen Knick in der Optik hat!
Ich löste es
Bis jetzt klebt das Ding bombenfest. Ich bin zufrieden damit. Die Optik ist jetzt kein großer Stilbruch. Den Carbon-Look habe ich bei Ellie auch.
Beispielfoto - mein Pad ist eine Rippe kleiner
Dann hieß es, raus ins Gelände. Mit dem Standgas war ich immer noch nicht zufrieden. Ich fuhr zu meinem Schrauber des Vertrauens. Der würde wissen, wie das richtig eingestellt wird.
Diesmal liefen die Steigungen am Berg flüssiger, ich wußte jetzt, wann ich wie schalten muß.
Beim Schrauber gab es einen Grundcheck. Und das war auch gut so!
Siehe da: am Kupplungshebel - oben am Lenker - war eine Schraube lose, das sah er sofort. Weil die Gegenmutter fehlt. Das gleiche war leider unten am Seitenständer. Hier spart der Hersteller.
Es scheint absolut notwendig, so eine Schraubenkontrolle nach jeder! Fahrt zu machen.
Jedenfalls solange, bis ich die Verdächtigen gegen gute deutsche Wertarbeit ausgetauscht habe!
Das die Gummi-Schützlinge so vergammeln, ist wohl normal. Solche Kappen oder -Haltebänder made in China halten nie lange, so der Erfahrungswert in der Werkstatt. Der Gummistraps hatte mich 2,11 Euro gekostet (plus Porto), also nichts, was sich nicht regelmäßig machen ließe.
Das Licht wurde auch eingestellt. Es gibt keine Verstellschrauben wie bei Ellie. Hier wird in die vordere Verkleidung gegriffen, und die Lampenhalter einfach hoch- oder runtergebogen. Der Lampenschutz vorne ist aus Plastik, nicht aus Glas. Hier aufpassen beim Fliegen abputzen. Besser mit einem nassen Tuch vorweichen, sonst verkratzt es schnell und unreparierbar!
Dann stellte der Schrauber mit einem Spezialwerkzeug oberhalb der Standgas-Schraube, ganz versteckt von unten zu erreichen (für Heimwerker ohne Spezialwerkzeug nicht machbar), noch etwas ein. Mischverhältnis (?). Der Motor lief nun deutlich ruhiger, bockte nicht mehr so.
Was bei der Kreidler unumgänglich ist, erfuhr ich, sind die Inspektionen und die Ölwechsel. Wer damit schludert, hat nicht lange etwas von der kleinen 125er. Da mein Schrauber in seiner Lehrzeit etliche Kreidler und Co. verarzten mußte, und sich somit mit den Macken und Krankheiten kleinerer Motörchen und deren Herstellern auskennt, vertraue ich seinen Künsten.
Der Auspuff ist mit zwei Federn gesichert/befestigt, da wird nichts vibrieren. Somit schenke ich mir auch das Zwischenfriemeln von Puffergummis.
Und was ich nicht wußte - und das Internet auch nicht - für ein Leichtkraftrad gibt es keine Reifenvorgaben. Ich kann da ALLES draufziehen, was ich lustig bin. Hauptsache, die Maße stimmen. Genial. Da werde ich richtig gute Wahl haben.
Der Reifendruck wurde angepaßt. 2 Bar vorne, 2,25 Bar hinten. Im Bordbuch steht 2,25 für beide Reifen - das wurde an die Realität angepaßt.
Ein Kunde wollte wissen, wer Kreidler jetzt wieder herstellt. Und nach der entsprechenden Info murmelte er im Hintergrund etwas wie "China-Plunder".
Naja ... wenn man bedenkt, das die Chinesen überall auf den Markt drängen, und Europa einen anderen Standard verlangt als China ... und wenn man dann mal an den Abgas-Skandal von VW denkt ...
Ich habe ein nettes kleines Leichtkraftrad, welches hier und da Verbesserungen nötig hat. Aber ist das nicht bei allen Fahrzeugen so? Ellie, in Japan gebaut, hat auch ihre Besonderheiten beim Verschleiß. Aber auch die Ehemaligen wie die Florett, oder Herkules, brauchten ständig Aufmerksamkeiten. Oder denkt an all die Möffs aus der ehemaligen DDR. Schwalbe, Sperber, Spatz und wie die Modelle alle hießen. Da war nichts von Dauer, für die Ewigkeit. Und um ganz fies zu werden: Harley. Jedenfalls die alten Modelle ;-). Da gibt es von Holger Aue richtig aussagekräftige Comics zu ... "Zum Harley Treffen? Immer den verlorenen Schrauben nach fahren ...".
Ich merkte mir einen Inspektionstermin vor - im November. Dann gibt es eine gute Erstversorgung.
Nachdenklich verließ ich die Werkstatt. Jetzt mußte ich mich mit positiven Gedanken ablenken. Es ging auf eine Hausrunde. CRümel schnurrte jetzt deutlich ruhiger. Die Sonne kam vor, und ich genoß meinen kleinen lautstarken Ausritt. Das Gute an so einem Einzylinder: die Rennrad-Terroristen HÖREN einen jetzt ankommen, und meistens machen sie brav Platz an den Fahrbahn-Rand. Ansonsten schalte ich halt in den vierten Gang zurück und dröhne noch einmal absichtlich. Das fetzt!
Motorbremse machen ist nicht immer eine gute Idee. Wenn ich eine zu hohe Geschwindigkeit hatte, hopst CRümel auf der Straße. Okay, da muß ich mich dran gewöhnen. CRümel ist nicht Ellie. 11 PS gegen 50 PS.
Was den Sound angeht - da geht noch was. Aber momentan bin ich damit schon mehr als zufrieden. Die Problematik mit den Schrauben behalte ich im Auge, bzw. tausche sie Stück für Stück gegen bessere aus.
Ölwechsel - 10W40, 1 Liter - ist jetzt nicht unbezahlbar. Inspektion und Durchsicht hätte ich bei einem großen Motorrad auch gemacht. Besonders dann, wenn ich wie hier eine Maschine kaufe, die längere Zeit gestanden hat. Da ist es schon von Vorteil, die Flüssigkeiten auszutauschen und die Verschleißteile zu überprüfen!
Keep on rolling, folks!
Eine lustige Beobachtung zum Schluß: manche Motorradfahrer wissen nicht, ob sie grüßen sollten oder nicht. Bei einigen zuckte die Hand raus, um dann gleich wieder an den Lenker geparkt zu werden. Wenn ich dann Gas gebe und CRümel mit lautstarkem Geknörre vorbei rasselt, guckt doch der eine oder andere in den Rückspiegel. Hihi ...




Keine Kritik, nur neugierig: An welchen Kreidlern hatte der Schrauber deines Vertrauens denn während seiner Lehre geschraubt? Florett GS eventuell? Das hat mit der 125er Dice in etwa so viel zu tun wie ein VW 1303 mit einem aktuellen Suzuki Celerio. Warum Suzuki? Erkläre ich unten. Falls er wirklich vom alten Schlag ist brauchst du dir um die neue Kreidler nicht viele Sorgen machen.
AntwortenLöschenDer Ölwechsel selbst ist kein großes Ding, kann man bei der Dice problemlos selber machen. Der Motor stammt von einer Suzuki DR 125 (Lizenzbau - daher oben die Erwähung von Suzuki). Bei der Dice haben sie ja sogar so nett beschriftet wo der Filter sitzt - bei der DR damals nicht. ;)
Daher als Tipp: Wenn zum Motor Unklarheiten bestehen -> einfach nach Anleitungen für die Suzuki DR 125 suchen.
Abschließend zur Reifenfabrikatsbindung: Es gibt auch 600er (wie meine XJ 600 S damals) ohne eine. Hängt also nicht vom Hubraum sondern vom Modell/Hersteller ab. Sei froh das sie die Kreidler ohne die unsäglichen Vorgaben homologiert haben. Das erleichtert dir viel. ;)
Hei Fish! DU kannst Fragen stellen ;-). Ich denke mal, er meinte seinen alten Lehrherren, der ihn zum prokeln verdonnert hatte (da war auch eine Geschichte mit Baumarkt-Roller-Motoren, aber das Thema ist höchst sensibel und nicht gut für den Blutdruck von ihm). DER war nämlich ein wirklich alter Haudegen, der mit Sicherheit alle alten KKRs gefahren ist. Ist das korrekt, das es für die Dice einen Papier-Ölfilter gibt? Danke für den Hinweis zur Suzi DR125! Das es 600er ohne gibt, finde ich fies. Wenn ich an Ellie denke, da ist nicht viel möglich. Insofern bin ich mehr wie froh, bei der Kreidler weniger Vorgaben einhalten zu müssen!
LöschenWer kleiine Moppeds grüßt, muss zur Strafe den ganzen durch fahren. *wink*
AntwortenLöschenOder kriegt nen Bonus fürs Karma?
LöschenFür die Dice sollte der Mahle OX406 passen. Video wie der Filtertausch bei einer Suzuki GS 125 aussieht/abläuft: https://www.youtube.com/watch?v=rDTGtBXQAIg&t=2m8s .
AntwortenLöschenGerade gestern fragte mein Männe mich, mit welchem Suzi-Motor die Kreidler denn "zusammenpassen" würde. Und schon ist die Frage beantwortet ;-). Danke für das Video. Ist sehr hilfreich!
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