CRümel

CRümel

Mittwoch, 15. Februar 2023

Wir leben noch!

 



Der CRümel lebt noch. Die kleine Maschine hat jetzt satte 15tausend Kilometer auf der Uhr. Der nächste TÜV steht an, aber da wird sich nichts finden lassen! Wer pflegt, hat Ruhe!

Die Pandemie-Zeit hat viel gewandelt. Ich habe einige sehr enge Freunde verloren. Ich war auf Demos gegen diesen Versuchskaninchen-Feldzug. Ich habe die Zeit gesund überstanden, werde bestimmte Erlebnisse aber nicht vergessen.

Ich bin immer noch viel unterwegs, aber meist auf dem E-Rad. Wegen des Trainierens. Eine Bänderdehnung macht mir seit 2 Jahren zu schaffen. Da hilft nur Bewegung ohne Belastung. Und das geht mit dem E am besten. Meine Runden belaufen sich in guten Phasen um die 70 Tageskilometer. Einmal zur Asse, drumherum, und heimwärts - die Runde drehe ich auch mit der kleinen Kreidler, halt nur schneller.

Mal abwarten, was die Motorrad-Saison 2023 bringt. Durch das Handicap mit dem Knie bin ich vorsichtig geworden. Es gibt Zeiten, wo ich das Bein kaum belasten kann. Schlechte Voraussetzung fürs Motorradfahren!

Aber es geht immer wieder weiter - einen Fuß vor den anderen!

Ich habe in der Isolationszeit eine neue Begabung entdeckt.



Bald gibt es einen weiteren Blog namens Heike's Atelier. Meine Bilder haben Liebhaber gefunden, und ich konnte sie privat abgeben. Weitere Wege werden sich finden, ich lasse das auf mich zukommen!









In diesem Sinne: Bleibt gesund. Bleibt mir gewogen. Eure Heike mit CRümel, und Ellie. Ja, die gibt es auch noch. Sie wird allerdings noch weniger gefahren als der CRümel. Das schwere Motorrad kann ich nur mit Mühe rangieren - siehe das Thema "Knie". Verkaufen werde ich sie aber nicht. Bei meinem Partner ist viel Platz in der Garage, da erhält sie ihren Rentnerplatz.

Donnerstag, 5. März 2020

Saisonstart der anderen - mal mitgemacht: 1.3.2020

Endlich bot sich mal wieder eine Gelegenheit. Wobei das auch nicht ganz korrekt ist. Die Gelegenheiten waren schon öfter mal da gewesen, in diesem "Winter" 2020. Aber Gelegenheiten und Körperliches passen nicht immer zusammen. Rücken, Bronchien, innere Lustlosigkeit verhindern das schon ab und an ...

Da der Joghurtbecher vom Zettfahrer im Krankenhaus war, seine Zettis bis April noch schlummern, mußte ich mir also allein den Tritt verpassen. Nachdem Ellies Batterieleistung-im-Ruhemodus mal wieder auf unter fünfzig Prozent abgesunken war und das Aufladen bekanntlich etwas dauert, entstaubte ich die kleine Kreidler. Das Anlassen der weiterhin gut erhaltenen Batterie verlief etwas schwergängig. Und ohne den Choke wollte die kleine 125er so gar nicht an bleiben. Ein Dreh an der Standgasschraube brachte dann eine Verbesserung!

Tags zuvor hatte ich einen Reservekanister befüllt, der jetzt in den Tank vom CRümel wanderte. Diesmal ohne nennenswerte Schäden durch Vorbeikleckern. Geübt ...

Dann plünnte ich mich an - und oh Wunder: die Textilhose paßte wieder. Mit langer Unterbüx und ohne Winterfutter zwar nur, aber schon deutlich bequemer als noch vor einem Jahr. Medikamente und ständige Übelkeit sind also nicht immer totaler Scheiß. Man nimmt ab. Nachahmung nicht empfohlen ;-).

Erst fuhr ich eine kleine Dorfrunde, damit sich das Motörchen erwärmt und auch ohne den Choke ein Fahren möglich ist. Nach so langer Standzeit ging ich auf Nummer Sicher. Nichts ist so ätzend, wie an einer Querstraße anzuhalten, das Möppi geht aus und nicht wieder an wegen abgesoffen/zu muckelig/kein Bock den warmen Stall zu verlassen etc. Ätzend wegen der nervigen Dosenfahrer hinter mir, wohlgemerkt.

Nachdem die Kreidler dann im Standgas brav vor sich hin tickte, ging es auf die Hauptstraße. Der Wind war ziemlich böig, 65 km/h fegten je nach Lust und Laune über das Land. Gut, das ich ein Eigengewicht habe. Das Maschinchen ansich ist mit seinen mageren 130 Kilo ein Schleuderball der Elemente.

Ich sah zunächst kein einziges anderes motorisiertes Zweirad. Dann kam mir auf dem Weg nach Sickte eine Harley entgegen. Nix Gruß. Einige Autos überholten mich sehr knapp, von Sicherheitsabstand beim Einscheren kannten die nichts. An der nächsten Ampel hatte ich sie dann wieder. In Erkerode bog ich ab Richtung Asse. Der CRümel lief wieder richtig gut. Bei 80 km/h hielt ich locker die Spur. Mit Sonne von vorne war es schön, und ich merkte, wie die alte Faszination wieder angeschlichen kam!

Ein kurzer Stopp für ein Foto.


Mit 4807,6 Kilometern auf dem Tacho bin ich also in die Märzsaison gestartet.

An der Asse hatte es geregnet. Dank der Windböen war die Straße zum großen Teil abgetrocknet. Ich fuhr zum nächsten Ort, bog rechts ab und fuhr dann in Richtung Reitlingstal weiter. Da wenig Verkehr war, und Geschwindigkeitsbegrenzung auf 50 wegen der Krötenwanderung, fuhr ich rein in das Naherholungsgebiet.

Das Ausflugslokal schien gut gefüllt, wenn man nach den Autos auf dem Parkplatz ging! Ich tuckerte so ruhig und langsam wie möglich an zwei Reitern vorbei, die sich freundlich winkend bei mir bedankten. Oben angekommen, war mir das aber doch zu voll, und ich kehrte wieder um.

Mal sehen, ob ich am Tetzelstein, dem Torfhaus-für-Arme, etwas tat. Am Wegrand lagen noch Schneereste. Huch? Schnee hatte ich in diesem Winter nur auf den Fotos im Internet gesehen!

Ich fuhr um eine Kurve und in der Ferne sprang etwas auf die Straße: Laserkontrolle. Pöh - grinsend und mit links winkend öddelte ich am Fahrzeug vorbei. Die Kollegin des Jedi-Ritters winkte grinsend zurück.

Dann war ich beim Treff angekommen. Da die Seitenstreifen aufgewühlt und zerfahren waren, fuhr ich direkt zum Eingang. Später erfuhr ich von einem Gespannfahrer, dass die Biker gerne eine Seitenzufahrt nutzen durften, und somit fast direkt an der Gaststätte parken konnten. Das versuche ich ein anderes Mal.

Mir war jetzt arschkalt. Ich setzte mich in den mittagswarmen Gastraum. Es roch nach Tagesgericht. Der Tisch war mies - direkt im Durchgangsgebiet der Servicekräfte. Half aber nüscht - überall waren die Plätze besetzt. Gut für die Gaststätte, die momentan in Eigenregie des Personals geführt wird. Auch hier beginnt das Gaststättensterben der alteingesessenen Häuser. Das Tetzelstein-Lokal weg, dafür so eine Ballerhütte hin wie oben, am echten Torfhaus. Alm-Hütte im Elm. Ja schönen Dank auch. Das paßt da hin wie ein Elefant im rosa Tüllkleid in den Dschungel.

Eine alte Dame fragte, ob sie sich zu mir setzen könnte. Wir vertieften uns in ein fröhliches Gespräch über Vergangenheit und Zukunft im Allgemeinen, und über die Gastronomie im besonderen. Sie war sichtlich froh, nicht allein sitzen zu müssen. Ich war froh, meine heiße Schokolade und den Cappu nicht allein zu trinken. Zwei Rücken im Flugwind der Kellnerinnen - deutlich komfortabler. Wir wurden nicht mehr angeschubst.

Ich war aufgetaut, die Uhrzeit ging voran - so verabschiedete ich mich von der netten Frau, die fleißig an ihrer Seniorenportion mümmelte. Drei Stücke Schweinefilet, Rotkraut, Kroketten, Salatschälchen. Eine völlig normale Erwachsenenportion. Das versuche ich beim nächsten Mal auch. Mit meinen weißen Haaren gehe ich bestimmt gut als Seniorin durch - humpeln kann ich auch ganz prima!

Als ich zur Kreidler zurückkam, stand ein Pärchen vor ihr und mit dem Mann gab es noch ein nettes Benzingespräch. Er wußte sogar, dass CRümel ein "Fake" ist. Die beiden sind öfter dort oben, sie fährt zum Einen eine 250er Virago und zur Ergänzung noch eine Suzuki. Damit sie hinter ihrem Mann hinterher kommt. Weil die Virago doch etwas lahm auf dem Zylinder ist. Ja, kann ich nachvollziehen - ich bin auch froh darüber, dass ich Ellie noch als Ergänzung habe.

Da es sowenig Fotos von mir UND der Maschine gibt, bat ich den Mann um Fotohilfe. Er war so gut. Bitteschön!



Während ich so posierte, kam ein kauziger Gespannfahrer angefahren. "Hey, dich kenne ich", rief er aus dem Klapphelm heraus. Jo, stimmt. Wir trafen uns letztes Jahr in Rieseberg auf dem Oldtimer-Treff. Er stand damals neben mir und beäugte die kleine Kreidler sichtlich angewidert *kicher*.

Nun war es Zeit, heimzufahren. Bevor die Cappucinowärme ganz verloren ging. Ja, ich bin verwöhnt von Ellies Griffheizung und den Stulpen an den Griffen. Für die Kreidler habe ich zwar auch Stulpen, die ich bisher aber nicht gebraucht hatte. War zu warm gewesen.
Auf dem Rückweg kamen mir einige Gruppen von Motorradfahrern entgegen. Reinigungsflug der Saisonkennzeichler.


Fazit:
Ungefähr 55 Kilometer gefahren. Hat Spaß gemacht und den Kopf frei gepustet. Rund 70 % der Fahrer, die mir begegneten, grüßten nicht.
Also alles wie im letzten Jahr ;-) 



Donnerstag, 24. Oktober 2019

23.10.2019 - Auslüften

Lange ist hier nichts geschrieben. Der CRümel lebt aber noch! Ich bin über den Sommer überwiegend mit Ellie gefahren. CRümel ist aber immer noch aktuell.

Gestern lüftete ich den Kleinen mal aus. Ohne Probleme sprang das Motörchen an, trotz langer Standzeit. Das ist bei Ellie nicht so. Kaum steht sie mal einige Wochen, orgelt die Batterie und manchmal springt sie auch gar nicht mehr an.

Ich war erst gegen halb fünf unterwegs. Der Feierabendverkehr hielt sich noch in Grenzen. Tageslicht gibt es jetzt nur noch bis etwa 18 Uhr, dann wird es kalt und zu dunkel zum chilligen Fahren.

An den Feldrändern türmen sich die geernteten Zuckerrüben. Die Straßen sind verschmutzt durch die dicken Erdbatzen. Auf meiner kleinen Hausrunde um die Asse kam ich an einer Zwiebelernte vorbei - hier roch es derart intensiv, dass ich spontan Appetit auf Steak und gebratene Zwiebeln bekam ...

Die Landschaft war eigentümlich weich gezeichnet - das Herbstlicht! Das hatte ich vermißt. Dieses Gefühl von Freiheit, den weiten Blick. Nun ist mein Knie fast wieder ganz hergestellt, so daß ich wieder mit Freude fahren kann.

Ich kam an vielen grünen Holzkreuzen vorbei, die auf den Feldern oder an deren Rändern eingeschlagen waren. Als Mahnzeichen gegenüber Politik und Gesellschaft unterstützen inzwischen auch Bauernverbände die Aktion „Grüne Kreuze“. Dahinter steht eine Bewegung aus der Landwirtschaft, auf Feldern und Wiesen grüne Kreuze aufzustellen. Die Aktion ist ein Aufruf der Bäuerinnen und Bauern, der die Verbraucher zum Nachdenken anregen soll. Zitat aus www.agrarheute.com


Gerade laufen Treckerdemos bei uns im Landkreis. Hunderte fuhren nach Hannover und anderswo, und wollten auf die Bedingungen ihres Berufsstandes aufmerksam machen. Wie sie von der Politik, die ja eigentlich grün sein will, geknebelt und verhindert werden, so dass viele einfach aufgeben müssen. Weil sie mit ihrer Hände Arbeit nicht mehr überleben können. 

Auf meiner Hausrunde habe ich viele Felder. Mit Kartoffeln, Rüben, Zwiebeln und Mais. Ein Feld hatte dieses Jahr sogar Kürbisse angebaut. Die waren leider schon abgefahren. Das wäre ein Bild. Der orangefarbene CRümel und dahinter die ebenso gefärbten Feldfrüchte.

Ich hatte letztens in das Inlet meiner Winterjacke über den Rücken einen alten Merinoschal genäht. Weil mir das im Nierenbereich immer so kalt hineinzog. Die jetzt kuschelige Wärme, die ich verspürte, ließ mich die kleine Hausrunde sehr genießen. Trotzdem war ich froh, die Sturmhaube angezogen zu haben. Am Kopf war es angebracht.



Ich fuhr über Groß Vahlberg nach Klein Vahlberg, weiter nach Remlingen und durch den Asse Höhenzug zurück. Es wurde wirklich schnell kühl, je weiter es Richtung 18 Uhr ging. Oberhalb von Groß Vahlberg klebten zwei Gebückte an meinem Heck. Ich winkte sie vorbei. Kein Dankeschön. Von drei entgegenkommenden anderen Motorradfahrern grüßten zwei nicht zurück. Nur der BMW Fahrer mit der Leuchtweste winkte ganz freundlich.

Also alles wie immer: CRümel wirkt zu lütt, um für voll genommen zu werden.

Zuverlässig bollerte der kleine Motor vor sich hin. Ab und an gab es die bekannten Bocksprünge, wenn ich zu hart am Gas drehte. Die durchschnittliche Reisegeschwindigkeit von 70 km/h ist für die kleine Maschine perfekt. Mal auf 90 gescheucht, geht das ebenfalls anständig. Aber am wohlsten fühlt sich das Motörchen mit den 70-80 km/h. Das ist auch der Grund, warum ich gern am Sonntag und dann so früh wie möglich gen Sachsen-Anhalt unterwegs bin. Da ist dann Ruhe. So gut wie nie drängelt dort jemand, die sind an das Tempo der Simsonfahrer gewöhnt.

Kurz vor dem Dunkelwerden kamen wir dann gesund vor der Garage an. Ich bockte CRümel auf den Hinterradheber, und gab der Kette eine frische Ladung Kettenfett. Im Winter wird die mal anständig gesäubert. Wegen der Grunderhaltung. Und weil ich mir dann Zeit für das Tüddeln nehme, wenn es draußen stürmt und schneit.

Nur 50 Kilometer Hausrunde. Und doch 50 Kilometer mehr als noch vor einigen Monaten. Beschwerdefrei tapste ich die wenigen Treppenstufen in meine Wohnung. Braves Knie. Heureka!

Dienstag, 23. Juli 2019

Hitzewelle

Also mir als Norddeutsche sind Temperaturen über 30 Grad zuviel. Diese Woche sollen es sogar 36 Grad werden.

Bei solchem Glutofen-Wetter bleibe ich vom Motorrad weg. Allein die Stauwärme am Kopf durch den Helm - dazu die langen Hosen und die Lederjacke - bei mir sind in der DNA solche Werte als höchstgefährlich eingestuft! Abgesehen davon tut es dem Motor nicht wirklich gut. Und wenn man über auf- bzw. angelösten Asphalt rollt, der solche Temperaturen ebenfalls nicht verarbeiten kann, ist man ruck zuck weggeglitscht. Ganz zu schweigen vom Einsinken des Seitenständers!

Höchstens früh morgens um 6 Uhr wäre eine kleine Runde erträglich. Wenn ich denn nicht lieber schlafen würde!




 
Die Fotos sind demzufolge vom letzten Wochenende. Da ging es noch, morgens um 10 Uhr.

Tut euch selbst einen Gefallen und verzichtet aufs Fahren. Der Straßenbelag in Deutschland wird an zu vielen Stellen mit minderwertigem Bitumenbrei geflickt, der für euch tödlich enden kann.

Geht ins Freibad. Fahrt mit dem klimatisierten Auto. Und wenn ihr mir nicht glaubt, dann steigt mal an einer Stelle aus, wo die Straße "so komische schwarze Flecken" hat. Dort haben Autos gewendet, oder eingeparkt. Faßt mal auf diese Stellen. Weiche aufgelöste Matschepampe. Sogar die Schuhe bleiben drin kleben.

Ride safe!
 

Freitag, 19. Juli 2019

17. Juli 2019 - Eigentlich wollte ich schon lange mal ...

Der geneigte Leser kennt den Satz aus der Überschrift sicher gut, so daß ich keine Beispiele nennen muß.

"Eigentlich wollte ich schon lange ..." 

Am 16.7. hatte ich Jahrestag. Jahrestag Sieben, um genau zu sein. Seit sieben Jahren den Zweirad-Führerschein.
Viel habe ich erlebt. Viel gelernt.

Und wie ihr gleich lesen werdet, lerne ich immer noch dazu!

Am 17.7. hatte ich erst einen Termin bei meiner Fön-Frau. Anschließend fuhr ich mit CRümel zum Schrauber. Details wegen des Fußrasten-Umbaus von Ellie besprechen. Wie ich mir das vorgestellt hatte, läuft es leider nicht. In Deutschland muß alles an Veränderungen am Fahrzeug genehmigt, eingetragen und abgenommen werden. Oder umgekehrt. Wie auch immer! Leider gibt es für Ellie - Baujahr 1998 - so gut wie keine Ersatzteile mehr. Der Plan ist, die Fußrasten auf eine Art Plattform zu schrauben, wo dann der Winkel und die Höhe verändert wird. Der Schrauber bestellte das Teil für eine Honda. Ob es wirklich hinhaut, sehen wir erst, wenn das Teil da ist. Sollte das nicht passen, wird versucht, es passend zu machen. Das Ausprobieren kommt nächsten Mittwoch.
Danach - wenn es hinhaut - wird am Bremspedal und an dem Schalthebel geschnitten bzw. angeschweißt. Der Termin für das Bauliche ist Anfang September. Wenn die Plattform mitspielt!

Rein logisch gesehen ist der Kauf eines neuen, besser passenden Motorrads sinnvoller. Ehrlich gesagt, habe ich auf das Ausprobieren, Ansitzen, suchen, rechnen aber absolut keinen Bock. Bei Ellie kenne ich die Macken. Kenne ich die An- und Umbauten. Weiß ich, was ich habe (in dem Fall einen für mich nicht mehr geeigneten Beinwinkel, der ab 30 Fahrkilometern anfängt, meinem Knie sehr zuzusetzen).

Eigentlich wollte ich schon lange mal ... Ausschau nach einem anderen Reisemotorrad halten.

Die Zeit wäre jetzt da. Ich werde jetzt einfach mal die Ohren offen halten!

Vom Schrauber aus startete ich dann eine gemütliche Abendrunde. Der Rüttler am CRümel und der Blick in den Tank zeigte mir noch ausreichend Sprit, auch wenn der Tageskilometerzähler bereits über 500 Kilometer zeigte. Ach, das langt noch bis nach Hause ...

Ich fuhr über die Asse. Und dann kippte mir der linke Außenspiegel runter. Einfach so. Lose gerüttelt. Ich friemelte die Mutter wieder fest, was aber nicht lange hielt. In Groß Vahlberg hatte der Orts-MC seinen cluboffenen Abend. Ich fuhr dort auf den Hof und bat um einen Schraubenschlüssel. Es wurde ein passender gefunden. Ich erhielt noch ein Gastgetränk und nach und nach trudelten weitere Gäste ein. Lange hielt es mich dort nicht - ich wollte nach Hause. Der Berufstag war ätzend gewesen, ich hatte keinen Bock auf mitmenschliche Kontakte.

Und in Volzum fing CRümel an zu stottern und ging mir bei voller Fahrt einfach aus. Da stand ich also. Leere Dorfstraßen, weit und breit kein Mensch. Nach Hause waren es noch satte zehn Kilometer. Ich nahm den Tankrucksack ab, öffnete den Deckel des Tanks und schaukelte CRümel hin und her: also Sprit war noch da! Was zum Geier war das jetzt?

Ich packte alle erdenklichen Kabel an, schaute nach, ob sich da was gelockert haben könnte. Die Batterie orgelte und orgelte. Plötzlich sprang CRümel wieder an. Ich fuhr bis zum nächsten Ort, mit gezogenem Choke. Dann ging das Spiel von vorne los.
Ohne auf irgendwelche Erfahrungswerte zurück greifen zu können, war ich schlichtweg hilflos der Situation gegenüber. Der Zettfahrer war am arbeiten, der ging nicht ans Telefon. 

Was macht man also im Jahr 2019, wo man nicht wie früher einfach an der nächsten Haustür klingelt und um Hilfe bittet? Ich startete einen Hilferuf auf Fratzebuch. Und versuchte mein Glück erneut mit Anschieben im zweiten Gang.

Irgendwann lief CRümel wieder einige Kilometer. Dann ging gar nichts mehr. Da ich nicht in den Leerlauf schalten konnte - keinen Schimmer warum nicht - mußte ich also mit links die Kupplung ziehen und mit Körpereinsatz und dem brennenden rechten Arm den CRümel schieben. Ich entdeckte Muskeln in meinem Körper, von deren Existenz ich bis dahin nichts wußte und die sich jetzt lautstark schmerzend bemerkbar machten.

In Neu Erkerode angekommen, winkte ich einem heranfahrenden Motorradpärchen wie wild zu. Die winkten zurück und fuhren erstaunt guckend vorbei. 

Lieber Leser: wenn ein Zweiradfahrer mit hochrotem Kopf, laut fluchend und mit Verrenkungen versucht, sein Gefährt anzuschieben, dann seid doch so nett und haltet mal an. Da winkt jemand nicht den Bikergruß, da ist jemand auf der Suche nach Hilfe!

Jetzt kam mir ein Satz in den Sinn, den ich vor langer Zeit einmal gedacht hatte:

Eigentlich wollte ich schon lange mal gekennzeichnet haben, wo beim CRümel Reserve ist - oben oder an der Seite!
Der Hebel ist nämlich nicht logisch aufgebaut, für mich zumindest.

Ich stellte auf Verdacht nach links. Und schob und schob. Mittlerweile klatschnass geschwitzt, schob ich bis fast vor Cremlingen. Drei Kilometer, oder doch 3000? So fühlte sich das nämlich an.

Meine Kräfte verließen mich, ich merkte mein Alter. Dann plötzlich sprang CRümel wieder an und ohne Rücksicht auf andere fuhr ich auf dem Radweg bis zum Ortseingang. Oben auf dem Hügel war dann wieder vorbei. Mit letzter Kraft schob ich CRümel auf den Parkplatz der Polizei, und klingelte. Ob die Beamten mir mit Benzin aushelfen könnten. Konnten sie leider nicht - sie hatten grad einen Einsatz und waren aber so nett, bei der Tankstelle anzurufen und mich anzukündigen. Die Tankstelle schloß in etwa 15 Minuten. So fertig, wie ich war, hätte ich das nie geschafft.

Dann waren die Beamten bereit, mich an der Tankstelle abzusetzen. Zwischenzeitlich goggelte ich in meinem eigenen Blog nach der Technik "Wie ist die Sprithahn-Stellung für Reserve". Die Stellung ist "OBEN". Die Stellung für "ZU" ist - nach links. Ich hatte also die richtige Idee falsch umgesetzt und war die ganze verfluchte lange Strecke mit geschlossenem Hahn geschoben.

Als ich bei der HEM Tankstelle ausstieg, kam mir die Verkäuferin schon mit einem leeren Kanister entgegen. Leihen ging leider nicht, ich müßte den kaufen, aber sie wäre bereit, mich dann nach Feierabend bei der Polizei abzusetzen. Damit ich nicht noch so weit laufen müsse.
Zu meinem Glück bot sich ein junger Mann, Noah mit Namen, an, mich dort hinzubringen. Während seine verständnisvolle Freundin zu MäcDoof fuhr, und sein Essen schon bestellen sollte.

Noah wartete sogar noch so lange auf dem Parkplatz der Polizei, bis ich CRümel mit Benzin befüllt und gestartet hatte. Und wie sollte es anders sein - CRümel sprang ohne Probleme an und blubberte vor sich hin, was wäre nichts geschehen.

Noah bot sich sogar noch an, den Benzinkanister bei sich aufzubewahren - er wohnte im Ort, hätte morgen frei und ich hätte das Teil dann abholen können. Dank eines Gummistrapses konnte ich den Kanister aber doch bei CRümel befestigen. Wir tauschten Telefonnummern aus und Noah sagte, falls ich jetzt nochmal liegen bleiben würde auf dem Nachhause Weg, solle ich anrufen - er wäre ja nur bei Mäcces und könne schnell zur Hilfe kommen.

Gegen 22 Uhr kam ich zuhause an.


Am nächsten Tag konnte ich mich kaum bewegen und reichte einen Urlaubstag in der Firma ein. Später am Tag schrieb ich eine Dankeskarte, fuhr zum Einkaufen und dann zur Tankstelle. Allerdings mit dem Auto.
Ich gab die Dankeskarte bei der HEM ab - für die nette hilfsbereite Verkäuferin von gestern Abend. Danach fuhr ich zur Polizei Cremlingen und gab meine Tüte mit einem Paket Kaffee und einem Paket Kuchen ab. Die Aktion gestern war schon bekannt, die Kollegen von gestern waren allerdings tagsüber nicht da. Ich glaube, die anwesende Tagesschicht hat sich trotzdem gefreut.

Fazit:
Auch nach sieben Jahren Motorradführerschein kann ich immer noch etwas dazu lernen. Jetzt weiß ich, wie sich Spritmangel ankündigt und auswirkt. Auch wenn augenscheinlich noch genug Benzin im Tank zu sehen ist.
Der Benzinhahn ist jetzt entsprechend gekennzeichnet! Das hatte ich gleich am nächsten Tag gemacht.
Und CRümel fährt doch nicht reine 630 Kilometer mit einer Tankfüllung - ohne das ich auf Reserve schalte. Bei 500 ist es besser, nachzufüllen!

Noah - Deine Hilfe ist in der heutigen Zeit eine wertvolle Erfahrung gewesen und ich danke Dir von Herzen auch mit diesem Blog!




Donnerstag, 4. Juli 2019

Den Alltag verschönern ...

... und mal mit der Kreidler auf die Arbeit kommen.




Da macht der Blick aus dem Bürofenster noch mehr Freude. Auch wenn man schon ganz genau hinschauen muß - weil der Parkplatz doch weit weg ist und die Kreidler so klein.

Dafür leuchtet das Orange schön in der Morgensonne. Am Fahrradstand.

Und die rätselnden Kollegen in der Teeküche zu belauschen, fand ich jetzt auch richtig super.

Fazit der Aktion:
Morgens im Berufsverkehr zur Arbeit fahren - um 6.30 Uhr geht das gut. Zum Feierabend dann wirds ätzend. SUV Fahrer denken wohl mit dem Kauf des Wagens, dass ihnen die Straße allein gehört ...



 

Mittwoch, 3. Juli 2019

Oldtimer Tag in Rieseberg bei Königslutter

Ich wollte nur hinfahren. Der Rieseberg Oldtimer Sonntag mit Flohmarkt ist ein Geheimtipp. Leckeres Essen, gezaubert von den Anwohnern. Man unterstützt mit dem Kauf das Dorf. Dazu ein Flohmarkt, der auch Gebrauchtfahrzeug-Teile bietet.

Der Zettfahrer mußte leider arbeiten. So fuhr ich also allein die kurze Strecke hin. Wie gewohnt bekleckerten sich die PKW mit überwiegend Wolfsburger Kennzeichen nicht mit Ruhm ... sie nutzen die kurze Strecke als ihre persönliche Rennrunde. Sonntagsruhe gibt es für ihr Leben anscheinend nicht.

Ich kam trotz der Fahridioten gesund im kleinen Dörflein an. Während ich noch schaute, wo ich parken konnte, wurden wir gleich reingewunken, bekamen einen Zettel, in dem auch zwei Wert-Chips (je 1 Euro) lagen ... für die Teilnehmer, als Dankeschön.

Hihihi ...




Es kamen so viele Leute an und bewunderten "die Restauration". Erst auf hartnäckige Nachfragen offenbarte ich das tatsächliche Baujahr. Einige alte Hasen waren allerdings sofort mit der Wahrheit dabei - man sah ihrem Gesicht an, dass sie den Nachbau nicht verdauen konnten.

Trotzdem blieb ich da in der Kleinkraft-Reihe stehen. Jetzt erst recht! Als der Zettfahrer später eintraf, konnte er mehrere Bewunderer ausmachen, die die Kreidler von allen Seiten fotografierten. Einer ging sogar in die Knie und knipste die Upsite Down Details ...

Ich habe selten so viele und so nette Fachgespräche führen können wie hier. Ein Teilnehmer tat sich besonders hervor. Von einem seiner ausgestellten Schätzchen gibt es Fotos. Ich durfte innen drin Platz nehmen. Große Ehre!


 

Okay, meine eigene "Teilnahme" ist streng genommen Beschiss, aber wenn wir doch so Old School aussehen ... 

;-)