CRümel

CRümel

Donnerstag, 24. Oktober 2019

23.10.2019 - Auslüften

Lange ist hier nichts geschrieben. Der CRümel lebt aber noch! Ich bin über den Sommer überwiegend mit Ellie gefahren. CRümel ist aber immer noch aktuell.

Gestern lüftete ich den Kleinen mal aus. Ohne Probleme sprang das Motörchen an, trotz langer Standzeit. Das ist bei Ellie nicht so. Kaum steht sie mal einige Wochen, orgelt die Batterie und manchmal springt sie auch gar nicht mehr an.

Ich war erst gegen halb fünf unterwegs. Der Feierabendverkehr hielt sich noch in Grenzen. Tageslicht gibt es jetzt nur noch bis etwa 18 Uhr, dann wird es kalt und zu dunkel zum chilligen Fahren.

An den Feldrändern türmen sich die geernteten Zuckerrüben. Die Straßen sind verschmutzt durch die dicken Erdbatzen. Auf meiner kleinen Hausrunde um die Asse kam ich an einer Zwiebelernte vorbei - hier roch es derart intensiv, dass ich spontan Appetit auf Steak und gebratene Zwiebeln bekam ...

Die Landschaft war eigentümlich weich gezeichnet - das Herbstlicht! Das hatte ich vermißt. Dieses Gefühl von Freiheit, den weiten Blick. Nun ist mein Knie fast wieder ganz hergestellt, so daß ich wieder mit Freude fahren kann.

Ich kam an vielen grünen Holzkreuzen vorbei, die auf den Feldern oder an deren Rändern eingeschlagen waren. Als Mahnzeichen gegenüber Politik und Gesellschaft unterstützen inzwischen auch Bauernverbände die Aktion „Grüne Kreuze“. Dahinter steht eine Bewegung aus der Landwirtschaft, auf Feldern und Wiesen grüne Kreuze aufzustellen. Die Aktion ist ein Aufruf der Bäuerinnen und Bauern, der die Verbraucher zum Nachdenken anregen soll. Zitat aus www.agrarheute.com


Gerade laufen Treckerdemos bei uns im Landkreis. Hunderte fuhren nach Hannover und anderswo, und wollten auf die Bedingungen ihres Berufsstandes aufmerksam machen. Wie sie von der Politik, die ja eigentlich grün sein will, geknebelt und verhindert werden, so dass viele einfach aufgeben müssen. Weil sie mit ihrer Hände Arbeit nicht mehr überleben können. 

Auf meiner Hausrunde habe ich viele Felder. Mit Kartoffeln, Rüben, Zwiebeln und Mais. Ein Feld hatte dieses Jahr sogar Kürbisse angebaut. Die waren leider schon abgefahren. Das wäre ein Bild. Der orangefarbene CRümel und dahinter die ebenso gefärbten Feldfrüchte.

Ich hatte letztens in das Inlet meiner Winterjacke über den Rücken einen alten Merinoschal genäht. Weil mir das im Nierenbereich immer so kalt hineinzog. Die jetzt kuschelige Wärme, die ich verspürte, ließ mich die kleine Hausrunde sehr genießen. Trotzdem war ich froh, die Sturmhaube angezogen zu haben. Am Kopf war es angebracht.



Ich fuhr über Groß Vahlberg nach Klein Vahlberg, weiter nach Remlingen und durch den Asse Höhenzug zurück. Es wurde wirklich schnell kühl, je weiter es Richtung 18 Uhr ging. Oberhalb von Groß Vahlberg klebten zwei Gebückte an meinem Heck. Ich winkte sie vorbei. Kein Dankeschön. Von drei entgegenkommenden anderen Motorradfahrern grüßten zwei nicht zurück. Nur der BMW Fahrer mit der Leuchtweste winkte ganz freundlich.

Also alles wie immer: CRümel wirkt zu lütt, um für voll genommen zu werden.

Zuverlässig bollerte der kleine Motor vor sich hin. Ab und an gab es die bekannten Bocksprünge, wenn ich zu hart am Gas drehte. Die durchschnittliche Reisegeschwindigkeit von 70 km/h ist für die kleine Maschine perfekt. Mal auf 90 gescheucht, geht das ebenfalls anständig. Aber am wohlsten fühlt sich das Motörchen mit den 70-80 km/h. Das ist auch der Grund, warum ich gern am Sonntag und dann so früh wie möglich gen Sachsen-Anhalt unterwegs bin. Da ist dann Ruhe. So gut wie nie drängelt dort jemand, die sind an das Tempo der Simsonfahrer gewöhnt.

Kurz vor dem Dunkelwerden kamen wir dann gesund vor der Garage an. Ich bockte CRümel auf den Hinterradheber, und gab der Kette eine frische Ladung Kettenfett. Im Winter wird die mal anständig gesäubert. Wegen der Grunderhaltung. Und weil ich mir dann Zeit für das Tüddeln nehme, wenn es draußen stürmt und schneit.

Nur 50 Kilometer Hausrunde. Und doch 50 Kilometer mehr als noch vor einigen Monaten. Beschwerdefrei tapste ich die wenigen Treppenstufen in meine Wohnung. Braves Knie. Heureka!

Dienstag, 23. Juli 2019

Hitzewelle

Also mir als Norddeutsche sind Temperaturen über 30 Grad zuviel. Diese Woche sollen es sogar 36 Grad werden.

Bei solchem Glutofen-Wetter bleibe ich vom Motorrad weg. Allein die Stauwärme am Kopf durch den Helm - dazu die langen Hosen und die Lederjacke - bei mir sind in der DNA solche Werte als höchstgefährlich eingestuft! Abgesehen davon tut es dem Motor nicht wirklich gut. Und wenn man über auf- bzw. angelösten Asphalt rollt, der solche Temperaturen ebenfalls nicht verarbeiten kann, ist man ruck zuck weggeglitscht. Ganz zu schweigen vom Einsinken des Seitenständers!

Höchstens früh morgens um 6 Uhr wäre eine kleine Runde erträglich. Wenn ich denn nicht lieber schlafen würde!




 
Die Fotos sind demzufolge vom letzten Wochenende. Da ging es noch, morgens um 10 Uhr.

Tut euch selbst einen Gefallen und verzichtet aufs Fahren. Der Straßenbelag in Deutschland wird an zu vielen Stellen mit minderwertigem Bitumenbrei geflickt, der für euch tödlich enden kann.

Geht ins Freibad. Fahrt mit dem klimatisierten Auto. Und wenn ihr mir nicht glaubt, dann steigt mal an einer Stelle aus, wo die Straße "so komische schwarze Flecken" hat. Dort haben Autos gewendet, oder eingeparkt. Faßt mal auf diese Stellen. Weiche aufgelöste Matschepampe. Sogar die Schuhe bleiben drin kleben.

Ride safe!
 

Freitag, 19. Juli 2019

17. Juli 2019 - Eigentlich wollte ich schon lange mal ...

Der geneigte Leser kennt den Satz aus der Überschrift sicher gut, so daß ich keine Beispiele nennen muß.

"Eigentlich wollte ich schon lange ..." 

Am 16.7. hatte ich Jahrestag. Jahrestag Sieben, um genau zu sein. Seit sieben Jahren den Zweirad-Führerschein.
Viel habe ich erlebt. Viel gelernt.

Und wie ihr gleich lesen werdet, lerne ich immer noch dazu!

Am 17.7. hatte ich erst einen Termin bei meiner Fön-Frau. Anschließend fuhr ich mit CRümel zum Schrauber. Details wegen des Fußrasten-Umbaus von Ellie besprechen. Wie ich mir das vorgestellt hatte, läuft es leider nicht. In Deutschland muß alles an Veränderungen am Fahrzeug genehmigt, eingetragen und abgenommen werden. Oder umgekehrt. Wie auch immer! Leider gibt es für Ellie - Baujahr 1998 - so gut wie keine Ersatzteile mehr. Der Plan ist, die Fußrasten auf eine Art Plattform zu schrauben, wo dann der Winkel und die Höhe verändert wird. Der Schrauber bestellte das Teil für eine Honda. Ob es wirklich hinhaut, sehen wir erst, wenn das Teil da ist. Sollte das nicht passen, wird versucht, es passend zu machen. Das Ausprobieren kommt nächsten Mittwoch.
Danach - wenn es hinhaut - wird am Bremspedal und an dem Schalthebel geschnitten bzw. angeschweißt. Der Termin für das Bauliche ist Anfang September. Wenn die Plattform mitspielt!

Rein logisch gesehen ist der Kauf eines neuen, besser passenden Motorrads sinnvoller. Ehrlich gesagt, habe ich auf das Ausprobieren, Ansitzen, suchen, rechnen aber absolut keinen Bock. Bei Ellie kenne ich die Macken. Kenne ich die An- und Umbauten. Weiß ich, was ich habe (in dem Fall einen für mich nicht mehr geeigneten Beinwinkel, der ab 30 Fahrkilometern anfängt, meinem Knie sehr zuzusetzen).

Eigentlich wollte ich schon lange mal ... Ausschau nach einem anderen Reisemotorrad halten.

Die Zeit wäre jetzt da. Ich werde jetzt einfach mal die Ohren offen halten!

Vom Schrauber aus startete ich dann eine gemütliche Abendrunde. Der Rüttler am CRümel und der Blick in den Tank zeigte mir noch ausreichend Sprit, auch wenn der Tageskilometerzähler bereits über 500 Kilometer zeigte. Ach, das langt noch bis nach Hause ...

Ich fuhr über die Asse. Und dann kippte mir der linke Außenspiegel runter. Einfach so. Lose gerüttelt. Ich friemelte die Mutter wieder fest, was aber nicht lange hielt. In Groß Vahlberg hatte der Orts-MC seinen cluboffenen Abend. Ich fuhr dort auf den Hof und bat um einen Schraubenschlüssel. Es wurde ein passender gefunden. Ich erhielt noch ein Gastgetränk und nach und nach trudelten weitere Gäste ein. Lange hielt es mich dort nicht - ich wollte nach Hause. Der Berufstag war ätzend gewesen, ich hatte keinen Bock auf mitmenschliche Kontakte.

Und in Volzum fing CRümel an zu stottern und ging mir bei voller Fahrt einfach aus. Da stand ich also. Leere Dorfstraßen, weit und breit kein Mensch. Nach Hause waren es noch satte zehn Kilometer. Ich nahm den Tankrucksack ab, öffnete den Deckel des Tanks und schaukelte CRümel hin und her: also Sprit war noch da! Was zum Geier war das jetzt?

Ich packte alle erdenklichen Kabel an, schaute nach, ob sich da was gelockert haben könnte. Die Batterie orgelte und orgelte. Plötzlich sprang CRümel wieder an. Ich fuhr bis zum nächsten Ort, mit gezogenem Choke. Dann ging das Spiel von vorne los.
Ohne auf irgendwelche Erfahrungswerte zurück greifen zu können, war ich schlichtweg hilflos der Situation gegenüber. Der Zettfahrer war am arbeiten, der ging nicht ans Telefon. 

Was macht man also im Jahr 2019, wo man nicht wie früher einfach an der nächsten Haustür klingelt und um Hilfe bittet? Ich startete einen Hilferuf auf Fratzebuch. Und versuchte mein Glück erneut mit Anschieben im zweiten Gang.

Irgendwann lief CRümel wieder einige Kilometer. Dann ging gar nichts mehr. Da ich nicht in den Leerlauf schalten konnte - keinen Schimmer warum nicht - mußte ich also mit links die Kupplung ziehen und mit Körpereinsatz und dem brennenden rechten Arm den CRümel schieben. Ich entdeckte Muskeln in meinem Körper, von deren Existenz ich bis dahin nichts wußte und die sich jetzt lautstark schmerzend bemerkbar machten.

In Neu Erkerode angekommen, winkte ich einem heranfahrenden Motorradpärchen wie wild zu. Die winkten zurück und fuhren erstaunt guckend vorbei. 

Lieber Leser: wenn ein Zweiradfahrer mit hochrotem Kopf, laut fluchend und mit Verrenkungen versucht, sein Gefährt anzuschieben, dann seid doch so nett und haltet mal an. Da winkt jemand nicht den Bikergruß, da ist jemand auf der Suche nach Hilfe!

Jetzt kam mir ein Satz in den Sinn, den ich vor langer Zeit einmal gedacht hatte:

Eigentlich wollte ich schon lange mal gekennzeichnet haben, wo beim CRümel Reserve ist - oben oder an der Seite!
Der Hebel ist nämlich nicht logisch aufgebaut, für mich zumindest.

Ich stellte auf Verdacht nach links. Und schob und schob. Mittlerweile klatschnass geschwitzt, schob ich bis fast vor Cremlingen. Drei Kilometer, oder doch 3000? So fühlte sich das nämlich an.

Meine Kräfte verließen mich, ich merkte mein Alter. Dann plötzlich sprang CRümel wieder an und ohne Rücksicht auf andere fuhr ich auf dem Radweg bis zum Ortseingang. Oben auf dem Hügel war dann wieder vorbei. Mit letzter Kraft schob ich CRümel auf den Parkplatz der Polizei, und klingelte. Ob die Beamten mir mit Benzin aushelfen könnten. Konnten sie leider nicht - sie hatten grad einen Einsatz und waren aber so nett, bei der Tankstelle anzurufen und mich anzukündigen. Die Tankstelle schloß in etwa 15 Minuten. So fertig, wie ich war, hätte ich das nie geschafft.

Dann waren die Beamten bereit, mich an der Tankstelle abzusetzen. Zwischenzeitlich goggelte ich in meinem eigenen Blog nach der Technik "Wie ist die Sprithahn-Stellung für Reserve". Die Stellung ist "OBEN". Die Stellung für "ZU" ist - nach links. Ich hatte also die richtige Idee falsch umgesetzt und war die ganze verfluchte lange Strecke mit geschlossenem Hahn geschoben.

Als ich bei der HEM Tankstelle ausstieg, kam mir die Verkäuferin schon mit einem leeren Kanister entgegen. Leihen ging leider nicht, ich müßte den kaufen, aber sie wäre bereit, mich dann nach Feierabend bei der Polizei abzusetzen. Damit ich nicht noch so weit laufen müsse.
Zu meinem Glück bot sich ein junger Mann, Noah mit Namen, an, mich dort hinzubringen. Während seine verständnisvolle Freundin zu MäcDoof fuhr, und sein Essen schon bestellen sollte.

Noah wartete sogar noch so lange auf dem Parkplatz der Polizei, bis ich CRümel mit Benzin befüllt und gestartet hatte. Und wie sollte es anders sein - CRümel sprang ohne Probleme an und blubberte vor sich hin, was wäre nichts geschehen.

Noah bot sich sogar noch an, den Benzinkanister bei sich aufzubewahren - er wohnte im Ort, hätte morgen frei und ich hätte das Teil dann abholen können. Dank eines Gummistrapses konnte ich den Kanister aber doch bei CRümel befestigen. Wir tauschten Telefonnummern aus und Noah sagte, falls ich jetzt nochmal liegen bleiben würde auf dem Nachhause Weg, solle ich anrufen - er wäre ja nur bei Mäcces und könne schnell zur Hilfe kommen.

Gegen 22 Uhr kam ich zuhause an.


Am nächsten Tag konnte ich mich kaum bewegen und reichte einen Urlaubstag in der Firma ein. Später am Tag schrieb ich eine Dankeskarte, fuhr zum Einkaufen und dann zur Tankstelle. Allerdings mit dem Auto.
Ich gab die Dankeskarte bei der HEM ab - für die nette hilfsbereite Verkäuferin von gestern Abend. Danach fuhr ich zur Polizei Cremlingen und gab meine Tüte mit einem Paket Kaffee und einem Paket Kuchen ab. Die Aktion gestern war schon bekannt, die Kollegen von gestern waren allerdings tagsüber nicht da. Ich glaube, die anwesende Tagesschicht hat sich trotzdem gefreut.

Fazit:
Auch nach sieben Jahren Motorradführerschein kann ich immer noch etwas dazu lernen. Jetzt weiß ich, wie sich Spritmangel ankündigt und auswirkt. Auch wenn augenscheinlich noch genug Benzin im Tank zu sehen ist.
Der Benzinhahn ist jetzt entsprechend gekennzeichnet! Das hatte ich gleich am nächsten Tag gemacht.
Und CRümel fährt doch nicht reine 630 Kilometer mit einer Tankfüllung - ohne das ich auf Reserve schalte. Bei 500 ist es besser, nachzufüllen!

Noah - Deine Hilfe ist in der heutigen Zeit eine wertvolle Erfahrung gewesen und ich danke Dir von Herzen auch mit diesem Blog!




Donnerstag, 4. Juli 2019

Den Alltag verschönern ...

... und mal mit der Kreidler auf die Arbeit kommen.




Da macht der Blick aus dem Bürofenster noch mehr Freude. Auch wenn man schon ganz genau hinschauen muß - weil der Parkplatz doch weit weg ist und die Kreidler so klein.

Dafür leuchtet das Orange schön in der Morgensonne. Am Fahrradstand.

Und die rätselnden Kollegen in der Teeküche zu belauschen, fand ich jetzt auch richtig super.

Fazit der Aktion:
Morgens im Berufsverkehr zur Arbeit fahren - um 6.30 Uhr geht das gut. Zum Feierabend dann wirds ätzend. SUV Fahrer denken wohl mit dem Kauf des Wagens, dass ihnen die Straße allein gehört ...



 

Mittwoch, 3. Juli 2019

Oldtimer Tag in Rieseberg bei Königslutter

Ich wollte nur hinfahren. Der Rieseberg Oldtimer Sonntag mit Flohmarkt ist ein Geheimtipp. Leckeres Essen, gezaubert von den Anwohnern. Man unterstützt mit dem Kauf das Dorf. Dazu ein Flohmarkt, der auch Gebrauchtfahrzeug-Teile bietet.

Der Zettfahrer mußte leider arbeiten. So fuhr ich also allein die kurze Strecke hin. Wie gewohnt bekleckerten sich die PKW mit überwiegend Wolfsburger Kennzeichen nicht mit Ruhm ... sie nutzen die kurze Strecke als ihre persönliche Rennrunde. Sonntagsruhe gibt es für ihr Leben anscheinend nicht.

Ich kam trotz der Fahridioten gesund im kleinen Dörflein an. Während ich noch schaute, wo ich parken konnte, wurden wir gleich reingewunken, bekamen einen Zettel, in dem auch zwei Wert-Chips (je 1 Euro) lagen ... für die Teilnehmer, als Dankeschön.

Hihihi ...




Es kamen so viele Leute an und bewunderten "die Restauration". Erst auf hartnäckige Nachfragen offenbarte ich das tatsächliche Baujahr. Einige alte Hasen waren allerdings sofort mit der Wahrheit dabei - man sah ihrem Gesicht an, dass sie den Nachbau nicht verdauen konnten.

Trotzdem blieb ich da in der Kleinkraft-Reihe stehen. Jetzt erst recht! Als der Zettfahrer später eintraf, konnte er mehrere Bewunderer ausmachen, die die Kreidler von allen Seiten fotografierten. Einer ging sogar in die Knie und knipste die Upsite Down Details ...

Ich habe selten so viele und so nette Fachgespräche führen können wie hier. Ein Teilnehmer tat sich besonders hervor. Von einem seiner ausgestellten Schätzchen gibt es Fotos. Ich durfte innen drin Platz nehmen. Große Ehre!


 

Okay, meine eigene "Teilnahme" ist streng genommen Beschiss, aber wenn wir doch so Old School aussehen ... 

;-)

Mittwoch, 5. Juni 2019

Das kann uns doch nicht erschüttern ...

Oder doch?

Steinschlag. Direkt sichtbar.


Erste Hilfe Reparatur!
 




Und was Plüschiges ... für's Herz.

Jetzt warte ich auf den Lackstift. Dann wird der Steinschlag am Tank ausgebessert, und zwei Kreidler Aufkleber an passender Stelle am Tank platziert.

Für ein 1,5 mm großes Stück den Tank neu lackieren lassen - das ist mir dann doch zu pütscherig.

Montag, 20. Mai 2019

Mit 11 PS in den Harz - große Tour im Mai

Am 18.5. traf ich mich mit dem Zettfahrer in Vienenburg auf eine gemütliche Runde. Dachte ich zumindest.

Ich kam morgens nicht richtig in die Gänge, und somit verabredete ich mich gegen halb zwei. Es war warm genug, um sich ohne dickes Zeug wohlzufühlen. Trotzdem zog ich unter die Lederjacke einen dünnen Windbreak Pulli an. Ich brauchte einige Kilometer, um meine Fahrbeine zu bekommen. Körperlich war ich nicht so gut drauf. Deshalb ließ ich es auch ruhiger angehen. Der Anfang ging über die Hausrunde. Da teste ich gern, wie die eigene Verfassung ist/wird/werden könnte.

Foto: Heike privat

Foto: Heike privat
Foto: Heike privat

Am Treffpunkt in Vienenburg angekommen, brauchte ich erst einmal einen heißen Malzkaffee. So richtig ausgeplant war die folgende Route nicht - ein Phänomen, was ich häufig dann habe, wenn ich zuvor zu wenig allein unterwegs gewesen war. Um mein Bauchgefühl und mein Gespür dafür, was geht und was nicht zu wecken, brauche ich diese Alleinfahrzeit. Meist entdecke ich da auch schöne Ziele und Strecken, die später in der Saison zum Geheimtipp werden.

Dann mußte ich unbedingt noch etwas futtern. In Vienenburg, direkt an der Bahnschranke - die gefühlt alle 2 Minuten unten ist! - gibt es eine Bratwurstbude. Das Essen ist okay. Es gab Thüringer und einen Burger für mich. So gestärkt fuhr ich dann weiter, Zetti wie gewohnt als Rückenstärker hinter uns. Wir fuhren durch kleinere Dörfer, die erfreulich wenig befahren waren!


Snipping Tool Ausschnitt der Google Karte, Weg Vienenburg bis zur Kreuzung Innerste/Lauthenthal, Harz

Kurz vor Langelsheim gab es einen Fotostopp. Dieser Gipskarst Steinbruch war bei der Anfahrt in der Landschaft schon meterweit zu sehen. Er leuchtet strahlend weiß, wie aus einer Zahnpasta-Werbung!


Foto: Heike privat
Foto: Heike privat
Foto: Heike privat

Gipsstaub an den Reifen, an den Schuhsohlen - und später überall an den schwarzen Motorradsachen. Aber Hauptsache, das Foto ist gemacht ;-).

Weiter ging es, nach Langelsheim hinein, links abgebogen und gleich wieder rechts vor der Tankstelle auf der Nebenstraße hoch hinein in den Harz. Diese Strecke war ich mit Ellie schon gefahren. Mit der kleinen Kreidler ist das eine andere Herausforderung. Beim steilen Anstieg mußten die 11 PS schon arg kämpfen, aber in den Kurven wurde sie dann wendig und tat sehr eifrig ihren Dienst. Ich wollte nicht gleich über meine Kräfte gehen, und fuhr an der Kreuzung zur Hauptstraße wieder zurück zu einem Haltepunkt.

Zeit, die Emotionen nachzuspüren. Ich war schon ziemlich erschöpft. Psychisch und auch körperlich. Es ist echt Arbeit, mit der Kleinen hier hinauf zu fahren. Fast immer Vollgas, nach vorne beugen, die Windböen ausgleichen, Steigungen einschätzen, Kurvenlinie erspüren, Vibrationen der Maschine aushalten, sich nicht verkrampfen ... und immer und überall an allen unmöglichen Stellen: Rennrad-Fahrer. Die galt es ebenfalls zu beachten. Manch einer pendelte auf der ansteigenden Straße herum, als hätte er 3 Promille intus.

Snipping Tool aus der Google Karte mit Höhenlinien

Foto: Heike privat
Foto: Heike privat
Foto: Heike privat

Ungeplant, der CRümel im Harz. Ich hatte es versucht, und es war geglückt. Wäre ich allein unterwegs gewesen, hätte ich dort sicher eine lange Pause gemacht. Einfach deshalb, um meinen Mut zu fühlen. Nun wollte ich Zetti aber nicht zu lange langweilen damit, in die Landschaft zu gucken und Fotos zu machen.
 
 Foto: Heike privat
CRümel blickt zurück - von da sind wir gekommen. In der Kurve brausen die Rennsemmeln heran. Wir hatten es gut abgepaßt, denn wir konnten unbehelligt bis hierher fahren!

Ich bin mir sicher: so eine Harzrunde werde ich in meinem Augusturlaub noch einmal machen. Früh morgens, ganz für mich allein. Um zu fühlen: ich kann es noch. Mit einem Buddy hinter einem ist es auch schön. Trotzdem brauche ich dieses Gefühl, etwas allein geschafft zu haben. Versteht ihr, was ich meine?

Wir waren nur noch dreissig Kilometer von einem Treffen entfernt. Es war aber schon halb fünf. Ich zögerte - sollte ich es wagen? Wäre sicher eine spaßige Anfahrt gewesen, die alte Zett und der CRümel. Eine Stunde dort sein, und dann wieder zurück. Aber ich entschied mich dagegen und überredete den Zettfahrer, dass wir zunächst noch zur Talsperre fahren. Und er von dort allein weiter fährt zum Treffen.

Foto: Heike privat

Wir aßen ein Eis, und der Fahrer der alten BMW im Bild vorne erzählte uns von seinem Gefährt. Bis auf den Tank war da nichts mehr original dran. Trotzdem schön restauriert. Dann fuhr ich zurück, und Zetti zum Treffen.

Bis nach Langelsheim war es nicht mehr weit. Im Ort selbst war wenig los. Nach dem Zubringer zur B82 wurde es noch ruhiger. Ich bog in eine Nebenstraße ein. Das Land lag vor mir - gelbe Rapsfelder, maiengrüne Wälder, dazu der blaue Himmel. Keine Knallfarben wie im Herbst - diese frühlingshafte Farbkombination ist erholsam für den Blick. Man konzentriert sich auf das Wesentliche: die graue Straße, Kurvenlinien, Ortshinweisschilder.

Ich spürte die ungewohnt lange Tour in den Knochen. Zeit für eine Pause, auch wegen der Flüssigkeitszufuhr. Ich suchte mir einen einsamen Platz. Nur ein parkender Kleinwagen stand am Feldrand, die Besitzerin mit Hund noch weit entfernt.

Foto: Heike privat

Weiter ging es nach Liebenburg. Ich kenne da eine schmale einspurige Straße, direkt durch die Felder. Vor uns fuhr ein landwirtschaftliches Ungetüm. Es füllte die ganze Breite des Weges. Der breite Ausleger streifte die Rapszweige: gelber Blütenstaub wirbelte auf. Ich hielt weiten Abstand, mußte aber trotzdem mehrfach niesen. Pollen ...

Foto: Heike privat

Ein Auto kam von vorne, und ließ mich freundlicherweise vorbei fahren. Der Fahrer blickte aus dem Seitenfenster und reckte den Hals zu uns.

Ich hatte noch so einige Kilometer bis nach Hause. Froh, den Törn zurück gewählt zu haben und nicht noch nach Gittelde gefahren zu sein, reckte ich meine schmerzenden Knochen. Uff - das gibt einen heftigen Muskelkater. Die Wasserflasche war leergetrunken. Niemand hetzte mich, und so baute ich auf der weiteren Rückfahrt noch mehrere kleine Pausen ein. Die Straße nach Altenrode und Werlaburgdorf ist ja für Motorradfahrer vom 1. März bis 31.10. gesperrt (dank gewisser Rennsemmel-Deppen, die sich dort regelmäßig kaputt fuhren, bis der Landkreis diese Straße sperren ließ). So mußte ich über Flöthe ausweichen. Über Börßum ging es in Richtung normale Hausrunde. Am Sonntag waren in den Dörfern überall Flohmärkte angekündigt. Das bedeutet Unmengen an kopflosen Kaufinteressenten, die kreuz und quer über die Straßen gingen und sich um andere Verkehrsteilnehmer nicht scheren.

Da brauchte ich also morgen nicht längs zu fahren.

Einen kleinen Umweg mußte ich noch schlenkern. In Groß Biewende war die Ortsdurchfahrt gesperrt. Weiter ging die Runde durch den Assehöhenzug. Kurz vor Cremlingen bog ich in das Neubaugebiet ab. Geradeaus war die Zufahrt immer noch gesperrt - Kanalbauarbeiten. So langsam, wie das voran geht, dürfte sich die Fertigstellung noch bis zum Herbst hinziehen ...


Snipping Tool Ausschnitt Rückfahrt bis Cremlingen

An der Garage angekommen, hatte der Tageskilometerzähler 205 Kilometer auf der Uhr. Mein Visier, der Helm und die Verkleidung an der Kreidler waren mit dutzenden zermatschten Insekten versaut. Ein Eimer warmes Wasser mit Motorradreiniger als Zusatz und ein weiches Schwammtuch - und ich putzte den größten gelben Matsch ab, so gut es ging. Das war ziemlich eklig. Irgendwo klebten abgerissene Flügel, und einen schwarzgelben Körper kratzte ich von der Vorderradfelge. CRümel war mit gelbem Blütenstaub gepudert, und meine Lederjacke hatte einen zitronenfarbenen Überzug. So schön der Raps ist, diese Pollenbomben sind nicht ohne!

Meine Ohren und mein ganzer Körper summte - die Vibrationen der Maschine hatten sich verewigt. Jetzt wäre auch die Zeit für die technische Inspektion - aber der Termin ist erst Mitte Juni. Na, ich hoffe mal, dass die Zündkerze bis dahin durchhält und auch das Öl und die Synchronisierung noch brav bleiben.

Fazit:
Der Harz ist machbar mit 11 PS. Wobei es sicher einen Unterschied macht, ob man dafür eine Enduro nimmt, oder die gedrungene CR.
Der Stummellenker ist gut geeignet für die Kurven. Auch die eher gebückte Haltung ist sehr viel angenehmer für das Erfahren.
Ich hatte beim Bergauf fahren so gut wie nie auf Anschlag Gas gegeben. Wenn ich es doch mal tat, merkte ich, wie die Kreidler kleine Bocksprünge machte. Das Motörchen ist für starke Steigungen nicht gemacht. Man kann es machen, aber es wird ihm nicht gut tun.

Da ich noch weiterhin lange Freude an der Kleinen haben möchte, werde ich solche Herausforderungen nicht häufig wiederholen. Die Kleine ist wendig und in spitzen Kurven ein Genuß. Die momentanen Reifen - Timsun - fahren sich gut, vor allem bei wärmeren Temperaturen. Alle 2-3000 Kilometer neue Zündkerze, neues Öl (750 ml), und die Synchronisation - wenn ich das beibehalte, dann habe ich hoffentlich noch ganz lange etwas von der Kreidler.



 

Dienstag, 14. Mai 2019

Technisches - Spritverbrauch an der Grenze des Lächerlichen

Hausrunde, gestern Abend.

Foto: Heike privat
Fänger im Roggen neumodern inszeniert: Kreidler im Grünzeug.
 
Foto: Heike privat
Auch im Rückspiegel: Maiblau mit Schäfchenwolken.


Foto: Heike privat
Erhol- und Staun-Pause auf dem Ausguck-Hügel bei Vahlberg.

 
Foto: Heike privat

Foto: Heike privat

Foto: Heike privat

Genial war die Runde. Kalt war es, durch den Wind. Ich fuhr und fuhr, genoß die klare Sicht und die leeren Dörfer. Gedanken flossen in den blauen Himmel. Langsam kam dann Nervosität. Ich müßte doch mal tanken. Tageskilometer ziemlich hoch! Mit zittrigem Gefühl und so gemütlich wie es ging ohne umzufallen fuhr ich in die Heimatregion.

An der Haustanke angekommen, war der typische Montagabend Wahnsinn: meterlange Autoschlangen, weil der Spritpreis niedrig war. Mistmistmist. Dann erspähte ich die Chance!

Ich fuhr von der anderen Seite heran. Dort stand nur ein Mercedes Elch-Klasse. Die Säule dahinter war frei. Alle anderen Autos standen in der Gegenrichtung. Warum? Weil die Tanköffnung nunmal direkt an die Säule gehört. So will es das Gesetz. Vom dehnbaren Gelenkschlauch hatten die meisten noch nie etwas gehört, geschweige denn ausprobiert.

Beim Bezahlen brauchte ich die Säule nicht zu nennen, der Mensch an der Kasse hatte uns schon zugeordnet. Zu der Uhrzeit sind Motorradfahrer eine Seltenheit. Alles Weicheier, war mein frecher Kommentar. Kassenmensch Herr Rasgon lachte und machte später einen langen Hals beim hinterher schauen.


Foto: Heike privat

Was den Spritverbrauch angeht: Ich hatte mir umsonst Sorgen gemacht.

Mit dem Tankinhalt vom CRümel - 16 Liter - wäre ich 630 Kilometer weit gekommen, bei der üblichen Fahrweise und auf Grundlage des Tankbeleges.

Bei dem durchschnittlichen Verbrauch - hier: 2,53 Liter auf 100 Kilometer - ist mir der  tägliche Spritpreis ziemlich egal.
Ich könnte sogar VPower tanken, das teuerste Zeug überhaupt. Ob der CRümel den verträgt, weiß ich noch nicht. Mal erfragen.

Fazit:
Ich liebe die Kleine. Leicht, wendig, sparsam, gut zu pflegen.

Montag, 13. Mai 2019

Muttertags-Wochenende - Auf Till's Spuren, mit Sterneküche und weißen Sanden

Am Samstag waren der Zettfahrer, ein Kumpel und ich auf einem netten Bikerfest mit Ambiente - auf dem Gelände des ehemaligen Friedhofs, im Windschatten einer Kirche. Ebenfalls auf dem Gelände: ein Mittelalterlager. Das hatte schon was, als abends die Band spielte und an den trutzigen Kirchenmauern im Schein der Lichter die Musik zurückschallte! Hells Bells und dazu der Glockenschlag der Kirchturm-Uhr. Genau mein Humor!

Leider war das Wetter zu schlecht gewesen, als das ich da mit dem Motorrad auftauchen wollte. Bis auf den ausrichtenden Club war kein Gast mit dem Zweirad angefahren. Verständlich. Bei Dauerregen macht das echt keine Freude. Somit zeltete auch keiner. Trotzdem war die Stimmung super, und wir trafen viele liebe Bekannte. Ein nettes kleines Fest war das, mit vielen Leuten aus dem Dorf. Der Club war ein sehr guter Gastgeber, der sich auch im Ort selbst engagiert. Da werden wir sicher mal wieder hinfahren.

 



Sehr spät war ich dann auch erst zuhause, und kam am Sonntag nicht so gut aus dem Bette. Wo sind die Zeiten geblieben, wo man bis zum Hahnenschrei gefeiert hatte, sich dann ein bis drei Kaffee in den Körper goß und mit neuer Power stundenlang durch die Gegend tourte ...

Gegen Mittag packte ich mich warm ein - die Route stand. Es war ein böiger Wind, und die Temperaturen kletterten gerade mal über 12 Grad. Die Eisheiligen, wem das etwas sagt.

Der Raps blühte knallegelb, dazu kamen die Schäfchenwolken und der typische maiblaue Himmel. Es war eine deutlich klare Fernsicht, aufgrund der kalten Temperaturen. Ein Traumwetter zum Fahren und Fotografieren! Die Straßen waren erstaunlich leer. Da Muttertag war, brauchte ich die umliegenden Ausflugslokale gar nicht erst anzusteuern: alle ausgebucht. Ich hatte vor Beginn der Runde bei unserem Stamm-Imbiß angerufen und mich erkundigt. Dort war gemütliches Sitzen noch möglich. Da wollte ich mich auch mit dem Zettfahrer treffen.

Ich mag das: erst eine Runde allein zu touren, sich zu sortieren, zu checken, wie die Tagesform ist und werden kann. Mindestens dreimal anhalten, die Sturmhaube zurechtziehen, ein Foto machen, nochmal anhalten, weil die Jacke nicht sitzt ... Wenn ich mich dann ausgetüddelt habe, bin ich auch bereit für einen Mitfahrer.

In Lucklum war noch alles abgesperrt mit rotweißem Band - Rockin' Rittergut am Samstag Abend. Die Catererzelte wurden gerade abgebaut. Ich tourte am Elmrand entlang, und suchte Till-Ziele.



Bei der Weinzäpfer-Station standen zwei wortkarge Radfahrer. Ich wartete längere Zeit auf freie Fotosicht, bis der alte Herr zuende gelesen hatte. Dann setzte er sich auf sein Rad und fuhr einfach weg, seine Begleitung ließ er vor Ort stehen. Ich traf ihn kurze Zeit später, als er einen neugierigen Blick auf ein Schild an dem Tor des Gutes warf: Weingroßhandel. Aha, der Rebensaft war wichtiger als die Gefährtin.





In den Dörfern war kaum ein Mensch zu sehen. Ich konnte mit Gelassenheit unterwegs sein, die Fahrt genießen, und meinen Gedanken nachhängen. Der Wind drückte teilweise sehr heftig an die kleine Verkleidung von CRümel. Das Vorderrad neigte zum Schlingern. Da ich nicht in Eile war, drosselte ich die Geschwindigkeit. Ich kannte die Route und wußte, wo der Wind einen in die Knie zwingen könnte.

Bei Ritchy angekommen, konnte ich einen Sonnenplatz ergattern. Während ich auf den Zettfahrer wartete, genoß ich die Wärme!


Dank Vorbestellung erhielt ich ein Menü, welches man in einem "normalen Schnellrestaurant" absolut nicht erwartet hätte. Lammfilet, butterweich - dazu Spargel aus der Region mit Rosmarinkartoffeln. Ein echter Gaumenschmaus!


Als Nachtisch selbstgebackener Erdbeerkuchen.
 

 
Rrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrr - was geht es mir gut heute!
Später, nachdem ich den Teller saubergefuttert hatte, traf ein großer Trupp Motorradfahrer ein. Ein kurzer Schwatz mit einer Bekannten folgte, und dann hieß es für Zetti und mich, aufzubrechen. Wir wollten noch ein wenig fahren.

Die kleine Kurvenstrecke von Jerxheim Bahnhof nach Jerxheim hochgefahren, stand kurz vor dem Ende in einem Feldweg ein großer Trupp anderer Zweiradfahrer und beäugte die Bergauffahrer. Show-Posen ist nicht meins, und so grüßte ich nur freundlich aus der Schräglage. Ein Hallo folgte von den Gaffern - wir waren wohl ein lustiges Team, die alte Zett 1000 und die kleine knallfarbene Kreidler vorneweg.

Stilfser Joch für Norddeutsche ... immerhin 100 Höhenmeter!

Wir fuhren in Richtung Elm, bei Groß Dahlum ging es in den Höhenzug hinein. Zwischen den Bäumen war es dann wieder windstiller. Bei Lelm verließen wir den Windschutz, und arbeiteten uns über kleinere Sträßlein bis nach Uhry vor. Vereinzelt waren andere Biker unterwegs, aber bei weitem nicht soviele wie ich erwartet hatte.





Vor drei Jahren waren wir schon einmal hier gewesen, und ich bin mit dem Zettfahrer unten am türkisblauen Wasser entlang spaziert. Dort hatten wir in der Ferne auch einen Wolf längs hetzen sehen.

Heute waren überall neue Hinweisschilder auf Kameraüberwachung, und Androhung von sofortigem Polizeieinsatz. Wir suchten uns eine gute Deckung, und gingen im Schutz des Birkengrünes bis an den Wirtschaftsweg heran.




 


Als wir gerade wieder an den Motorräder ankamen, fuhr ein Polizeiwagen vorbei. Glück gehabt.


Genervt durch die häufigen selbsternannten Schumis mit Wolfsburger Kennzeichen (die wir an der nächsten roten Ampel wiedertrafen, ätschibätsch), fuhr ich im Ort Klein Steimke in einen schmalen Seitenweg. Der war zwar nur für landwirtschaftliche Fahrzeuge, und gleich drei Verbotschilder für schwarze Autos und Motorräder standen am Wegesrand. Da wir aber orange und grün als Fahrzeugfarbe hatten, kümmerte uns das nicht. Gemächlich ging es auf einem holperigen Weg mitten durch das Grüngebiet. Hübsch war das hier! Ein Jogger und zwei Spaziergänger störten sich nicht an uns, so daß wir unbehelligt über eine kleine Brücke fuhren und im nächsten Wohngebiet ankamen. Wir ernteten dort einige erstaunte Blicke einer Anwohnerin, die im Vorgartengrün herumpusselte.

Gegen 17 Uhr kamen wir zuhause vor meiner Garage an. Ich beneidete den Zettfahrer wegen seiner Rücktour - die Sonne strahlte noch so schön vom Himmel, und der Harz leuchtete am Horizont. Aber zuhause wartete noch ein wenig Arbeit und die Schweinsbande auf mich Vierbein-Mutter.

Das war eine schöne Tour gewesen! Genug für die Seele, reichlich Fotos, und das Kulinarische war die Krönung des Tages.