CRümel

CRümel

Montag, 13. Mai 2019

Muttertags-Wochenende - Auf Till's Spuren, mit Sterneküche und weißen Sanden

Am Samstag waren der Zettfahrer, ein Kumpel und ich auf einem netten Bikerfest mit Ambiente - auf dem Gelände des ehemaligen Friedhofs, im Windschatten einer Kirche. Ebenfalls auf dem Gelände: ein Mittelalterlager. Das hatte schon was, als abends die Band spielte und an den trutzigen Kirchenmauern im Schein der Lichter die Musik zurückschallte! Hells Bells und dazu der Glockenschlag der Kirchturm-Uhr. Genau mein Humor!

Leider war das Wetter zu schlecht gewesen, als das ich da mit dem Motorrad auftauchen wollte. Bis auf den ausrichtenden Club war kein Gast mit dem Zweirad angefahren. Verständlich. Bei Dauerregen macht das echt keine Freude. Somit zeltete auch keiner. Trotzdem war die Stimmung super, und wir trafen viele liebe Bekannte. Ein nettes kleines Fest war das, mit vielen Leuten aus dem Dorf. Der Club war ein sehr guter Gastgeber, der sich auch im Ort selbst engagiert. Da werden wir sicher mal wieder hinfahren.

 



Sehr spät war ich dann auch erst zuhause, und kam am Sonntag nicht so gut aus dem Bette. Wo sind die Zeiten geblieben, wo man bis zum Hahnenschrei gefeiert hatte, sich dann ein bis drei Kaffee in den Körper goß und mit neuer Power stundenlang durch die Gegend tourte ...

Gegen Mittag packte ich mich warm ein - die Route stand. Es war ein böiger Wind, und die Temperaturen kletterten gerade mal über 12 Grad. Die Eisheiligen, wem das etwas sagt.

Der Raps blühte knallegelb, dazu kamen die Schäfchenwolken und der typische maiblaue Himmel. Es war eine deutlich klare Fernsicht, aufgrund der kalten Temperaturen. Ein Traumwetter zum Fahren und Fotografieren! Die Straßen waren erstaunlich leer. Da Muttertag war, brauchte ich die umliegenden Ausflugslokale gar nicht erst anzusteuern: alle ausgebucht. Ich hatte vor Beginn der Runde bei unserem Stamm-Imbiß angerufen und mich erkundigt. Dort war gemütliches Sitzen noch möglich. Da wollte ich mich auch mit dem Zettfahrer treffen.

Ich mag das: erst eine Runde allein zu touren, sich zu sortieren, zu checken, wie die Tagesform ist und werden kann. Mindestens dreimal anhalten, die Sturmhaube zurechtziehen, ein Foto machen, nochmal anhalten, weil die Jacke nicht sitzt ... Wenn ich mich dann ausgetüddelt habe, bin ich auch bereit für einen Mitfahrer.

In Lucklum war noch alles abgesperrt mit rotweißem Band - Rockin' Rittergut am Samstag Abend. Die Catererzelte wurden gerade abgebaut. Ich tourte am Elmrand entlang, und suchte Till-Ziele.



Bei der Weinzäpfer-Station standen zwei wortkarge Radfahrer. Ich wartete längere Zeit auf freie Fotosicht, bis der alte Herr zuende gelesen hatte. Dann setzte er sich auf sein Rad und fuhr einfach weg, seine Begleitung ließ er vor Ort stehen. Ich traf ihn kurze Zeit später, als er einen neugierigen Blick auf ein Schild an dem Tor des Gutes warf: Weingroßhandel. Aha, der Rebensaft war wichtiger als die Gefährtin.





In den Dörfern war kaum ein Mensch zu sehen. Ich konnte mit Gelassenheit unterwegs sein, die Fahrt genießen, und meinen Gedanken nachhängen. Der Wind drückte teilweise sehr heftig an die kleine Verkleidung von CRümel. Das Vorderrad neigte zum Schlingern. Da ich nicht in Eile war, drosselte ich die Geschwindigkeit. Ich kannte die Route und wußte, wo der Wind einen in die Knie zwingen könnte.

Bei Ritchy angekommen, konnte ich einen Sonnenplatz ergattern. Während ich auf den Zettfahrer wartete, genoß ich die Wärme!


Dank Vorbestellung erhielt ich ein Menü, welches man in einem "normalen Schnellrestaurant" absolut nicht erwartet hätte. Lammfilet, butterweich - dazu Spargel aus der Region mit Rosmarinkartoffeln. Ein echter Gaumenschmaus!


Als Nachtisch selbstgebackener Erdbeerkuchen.
 

 
Rrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrrr - was geht es mir gut heute!
Später, nachdem ich den Teller saubergefuttert hatte, traf ein großer Trupp Motorradfahrer ein. Ein kurzer Schwatz mit einer Bekannten folgte, und dann hieß es für Zetti und mich, aufzubrechen. Wir wollten noch ein wenig fahren.

Die kleine Kurvenstrecke von Jerxheim Bahnhof nach Jerxheim hochgefahren, stand kurz vor dem Ende in einem Feldweg ein großer Trupp anderer Zweiradfahrer und beäugte die Bergauffahrer. Show-Posen ist nicht meins, und so grüßte ich nur freundlich aus der Schräglage. Ein Hallo folgte von den Gaffern - wir waren wohl ein lustiges Team, die alte Zett 1000 und die kleine knallfarbene Kreidler vorneweg.

Stilfser Joch für Norddeutsche ... immerhin 100 Höhenmeter!

Wir fuhren in Richtung Elm, bei Groß Dahlum ging es in den Höhenzug hinein. Zwischen den Bäumen war es dann wieder windstiller. Bei Lelm verließen wir den Windschutz, und arbeiteten uns über kleinere Sträßlein bis nach Uhry vor. Vereinzelt waren andere Biker unterwegs, aber bei weitem nicht soviele wie ich erwartet hatte.





Vor drei Jahren waren wir schon einmal hier gewesen, und ich bin mit dem Zettfahrer unten am türkisblauen Wasser entlang spaziert. Dort hatten wir in der Ferne auch einen Wolf längs hetzen sehen.

Heute waren überall neue Hinweisschilder auf Kameraüberwachung, und Androhung von sofortigem Polizeieinsatz. Wir suchten uns eine gute Deckung, und gingen im Schutz des Birkengrünes bis an den Wirtschaftsweg heran.




 


Als wir gerade wieder an den Motorräder ankamen, fuhr ein Polizeiwagen vorbei. Glück gehabt.


Genervt durch die häufigen selbsternannten Schumis mit Wolfsburger Kennzeichen (die wir an der nächsten roten Ampel wiedertrafen, ätschibätsch), fuhr ich im Ort Klein Steimke in einen schmalen Seitenweg. Der war zwar nur für landwirtschaftliche Fahrzeuge, und gleich drei Verbotschilder für schwarze Autos und Motorräder standen am Wegesrand. Da wir aber orange und grün als Fahrzeugfarbe hatten, kümmerte uns das nicht. Gemächlich ging es auf einem holperigen Weg mitten durch das Grüngebiet. Hübsch war das hier! Ein Jogger und zwei Spaziergänger störten sich nicht an uns, so daß wir unbehelligt über eine kleine Brücke fuhren und im nächsten Wohngebiet ankamen. Wir ernteten dort einige erstaunte Blicke einer Anwohnerin, die im Vorgartengrün herumpusselte.

Gegen 17 Uhr kamen wir zuhause vor meiner Garage an. Ich beneidete den Zettfahrer wegen seiner Rücktour - die Sonne strahlte noch so schön vom Himmel, und der Harz leuchtete am Horizont. Aber zuhause wartete noch ein wenig Arbeit und die Schweinsbande auf mich Vierbein-Mutter.

Das war eine schöne Tour gewesen! Genug für die Seele, reichlich Fotos, und das Kulinarische war die Krönung des Tages.








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