Auf meiner Hausroute befinden sich etliche Stationen des Schelms Till Eulenspiegel. Informativ wird dem Betrachter hier vermittelt, was der Till mal wieder angestellt hatte. Die Kunstobjekte zu den einzelnen Stationen sind gut verständlich, teilweise aufwändig erschaffen, und bodenständig.
Leider meinen minderbemittelte Mitmenschen, sich mit Vandalismus an den Objekten austoben zu müssen. Für mich unverständlich, wie die Denke solcher Subjekte funktioniert.
Die sinnbildlichen Hände im Schandbrett erfaßt und geschüttelt - Geschichte quasi "zum Anfassen".
Unterschiedlicher könnten die Fahrzeuge nicht sein. Aber wir haben Wiedererkennungswert! Gruß an Annita R. und Richard!
CRümel
Freitag, 10. Mai 2019
Freitag, 3. Mai 2019
1. Mai Tour. Horch und Guck, fliegende Golfbälle inbegriffen!
Gegen
Mittag war das Traumwetter des Mai's bei uns angekommen. Ich war mit
der Befestigung des Rucksacks fertig, und einigermaßen ausgeschlafen. Der Abend mit den Grenzadlern hing mir noch in der Kondition. Es konnte also auf Tour gehen. Der Wind
war recht heftig, und im Laufe der Tour wurde mir wirklich kalt. Aber
das konnte ich bei der Abfahrt noch nicht wissen.
Los ging es erst einmal in Richtung Königslutter. Dann bog ich auf der Hausrunde ab, und besuchte die Tankstelle in Semmenstedt. Hier merkte ich das erste Mal den Unterschied Windschatten zu freier Fahrt. Es war gelinde gesagt saukalt! Die Lederjacke hat ein anderes Klima als die Textiljacke. Zum Zurückfahren war ich nicht bereit. Und so stopfte ich mir sämtliches Material, was ich hatte, in das Leder hinein: Sitzkissen als Brustschutz, ein Putztuch als zusätzliches Halstuch, und einen Einkaufsbeutel oben drüber. Das sollte erst einmal reichen. In meiner Hecktasche fand ich noch dünne Unterzieh-Handschuhe aus Seide. So gerüstet konnte ich die weitere Tour ausdehnen!
Wegmarkierung Land Braunschweig und Land Preußen
Vor blühenden Rapsfeldern und dem blauen Himmel hob sich die Kreidler besonders gut ab. Als ich am Fotografieren war, fuhr ein alter Golf an mir vorbei und hupte laut. Ich wunderte mich, was das wohl sollte. Erst später ging mir auf: der hatte den Daumen hoch gehabt. Ein Tribut der Achtung für Kreidler?
Überhaupt waren auffällig viele Oldtimer unterwegs. In Braunschweig war ein Treffen, das erfuhr ich später an einem Haltepunkt im Elm.
Insgesamt war sehr wenig PKW Verkehr. Und die Motorräder, denen ich begegnete, waren fast alle entspannt und gemütlich unterwegs. Weiter ging es. Ich hatte Glück, das Rittergut Ampleben hatte seine Pforten geöffnet. Fotostopp!
Im Hintergrund werkelte ein Mann auf Knien im fürstlichen Grünstreifen. Er nahm den Tag der Arbeit wörtlich. Brav, brav. Der Ort Ampleben hat eine lange Geschichte, in der auch Till Eulenspiegel seine Rolle spielte.
Heutzutage kann man auf dem Rittergut in Ampleben Wein erstehen.
Ein wenig Wärme im Körper könnte ich jetzt wirklich gebrauchen, aber mit Wein wollte ich das nicht tun! Ich fuhr weiter in Richtung Schöningen. Bei Ritchys Schnellrestaurant in Jerxheim wollte ich mir heißen Kaffee, Tee oder Kakao gönnen. Am besten alles zusammen! Leider waren noch ungefähr 40 andere Menschen per Fahrrad auch auf diese Idee gekommen - bei Ritchy war jeder Platz besetzt. Nein danke, mir war nicht nach Overcrowding.
So lenkte ich mich mit Gedanken ab, und fuhr jetzt in Richtung Elm. In Räbke gab es ein schönes Gartenlokal, da war ich mit dem Zettfahrer schon einige Male eingekehrt. Ich fuhr bei gemütlichen 70 km/h in den Höhenzug hinein. Auf 300 Höhenmetern wurde es noch kühler - aber dank des Windschattens zwischen den Bäumen kam es mir nicht so ätzend vor. Bald war das Ziel erreicht. Restaurant an der Schunterquelle. Ein Holztor versperrte mir allerdings brutal den Weg zum heißen Getränk - Ruhetag. Mal wieder eine Auswirkung des Servicekräfte-Mangels. Wer will schon an den Tagen arbeiten, an denen andere feiern!
Jetzt kannte ich nur noch eine Location, die garantiert offen hatte: der Tetzelstein. Auch Torfhaus für Arme genannt. Ein Szenetreff von Sehen-und-Gesehen-werden. Sonst eine No-Go-Area für mich.
Heute war's egal, ich wußte, dass es dort Kaffee für 1 Euro gibt. Take-away. Jeder Motorradfahrer aus dem Umkreis hält dort regelmäßig an.
Ein Zwischenstopp im Wald mußte noch sein. Währenddessen zog ein langer Troß an mir vorbei: an die vierzig Zweiräder, in der Mitte eine beachtliche Menge an Vespa-Fahrern, und hinten dran die Dickschiffe. Im Schlepptau noch einige kleine Cabrios.
Ich rückte meine provisorischen Wärmepolster unter der Jacke zurecht, und fuhr hinterher. Am Tetzelstein suchte ich mir gleich in der Nähe des Lokals einen Stellplatz. Gut, das CRümel so leicht und schmal ist. Ich hatte kaum den Helm abgenommen, als sich die ersten Biker um uns versammelten und die Kreidler begutachteten. Nach wenigen Minuten löste ich schmunzelnd den Pulk auf, indem ich verriet, dass die kleine Maschine von 2017 ist und mitnichten "gut restauriert". Eine Anregung nahm ich allerdings mit: Weißwand-Reifen. Das müßte bei CRümel wirklich gut ausschauen!
Ich ließ Helm, Handschuhe und die Taschen an der Kreidler. Da kommt nichts weg, war ich mir sicher! Endlich konnte ich einen heißen Kaffee ergattern! Selten hat mir ein Getränk so gut getan. Das Lokal brummte, und ich gab 100% Trinkgeld, weil ich mich zwischendrängeln durfte. Die Tische waren fast alle besetzt - viele Besucher waren oldtimermäßig gekleidet: Lederkappe, Knickerbocker - sie kamen aus Braunschweig, vom Oldtimer-Treff. Daher auch die netten alten Automobile auf dem Parkplatz.
Zurück an der Kreidler, trafen neben mir zwei interessant aussehende Maschinen ein. Vater und Sohn. Den Maschinentyp hatte ich nicht erkennen können. Der Sohnemann erzählte mir, dass seine ein Scheunenfund war. Der Tank eingedellt, mit Rostfarbe lackiert, und an der Seite war ein Flachmann montiert - dort sollte später eine Temperaturanzeige anmontiert werden. Überhaupt war das ganze Maschinchen wirklich interessant verbastelt und ich kann mich noch ärgern, dass ich davon kein Foto gemacht habe.
Der Kaffee hatte mich gut aufgewärmt, und so zog ich weiter. Ich hatte einen Fotoplan am Tagebau Schöningen. Auf dem Weg dahin ergab sich etwas, was sonst nicht öffentlich befahrbar war.
Firma Horch und Guck hatte die Wegschranke offen - eine prima Möglichkeit!
Gleich dahinter fand ich noch einen Stopp.
Von Befahren stand auf dem Schild nichts - ich überlegte kurzzeitig, und holte mir dann doch zu Fuß ein Foto. Obwohl mich solche Verbotschilder immer reizen, genau DAS zu tun, was da verboten war. Das Golfgelände war mit hohem Gebüsch verdeckt. Hier wollte die elitäre Schicht unter sich bleiben. Eine Lücke im Gestrüpp ließ einen Blick zu.
Im Hintergrund machte ein Golfer merkwürdige Verrenkungen vor dem Loch mit der roten Fahne. Eine Verneigung vor dem Rasen?
Hier war nichts, was mich wirklich interessierte. Eine breite Reifenspur auf dem frühlingsgrünen Rasen hinterlassen, DAS wäre es gewesen. Eventuell hätte ich dann fliegende Golfschläger ergattern können, mit denen nach mir geworden worden wäre. Aber wie hätte ich die transportieren sollen? Und wozu braucht man die, wenn man selbst nicht Golf spielt ...
Amüsiert mit den Gedanken im Kopf fuhr ich weiter. Nach Schöningen. Ein Sprinter mit kaputtem Rücklicht und Fahrern aus dem Orient meinte, mich an einer Wegkreuzung wegdrängen zu müssen. Beim Abbiegen in die City von Schöningen bekam das dreiste Volk, welches mich aus dem Beifahrerfenster beschimpfte, den Mittelfinger von mir zu sehen. Nicht auf das Handy schauen, und bitte bei 50 km/h bleiben, depperter Gucks-du!
Am Fotoziel, zur Freude gänzlich unversehrt!
Für mich hieß es nun, zurückzufahren. Allmählich merkte ich den Tag in den ungeübten Muskeln. Das Wetter war aber noch zu herrlich, der Harz in der Ferne dunstig, die Rapsfelder leuchteten wie mit dem Eddingstift markiert. Ich hätte - mit wärmeren Motorradsachen - noch bis zum Dunkelwerden so weiterfahren können.
So dehnte ich trotz erneutem Frösteln die Rückfahrt-Strecke doch noch etwas aus. Immer noch war recht wenig Verkehr. Ich stoppte frech auf einer Bahnlinie. Direkt auf den Schienen.
Der geübte Betrachter wird erkennen, dass trotzdem keine Gefahr drohte. Die alte Bahnlinie von Schöppenstedt nach Schöningen und weiter nach Helmstedt ist seit langem (2007) stillgelegt. Der Tagebau in Schöningen kam, und es wurden die Gleise tot gemacht. Der Schöninger Bahnhof, bei Google Maps hochtrabend als Historische Sehenswürdigkeit markiert, ist jetzt eine Ruine. Das Gebäude verfällt. Die Bahn war damals der Ansicht "Hier fährt ja eh kaum einer mit". Das sahen die Anwohner zwar ganz anders - aber wie üblich wird das Volk nicht gehört. Eine traurige Entwicklung. Die sich andernorts ständig und immer wieder aufs Neue wiederholt. Trotz Wiederholung wird es aber nicht besser - unter dem Deckmantel der Rentabilität wird Geldgeilheit kaschiert? Denn obwohl die Bahn regelmäßig ihre Preise anhebt, wird der Service immer mieser: Verspätungen sind normal, und das Schienennetz wird immer maroder. Von gefrustetem Vandalismus an und in den Wagen mal ganz abgesehen.
In meinem Umland und auf der Hausrunde gibt es eine Menge Geschichte. Dank der kleinen Touren erfahre ich immer mehr über die Region, in der ich seit 2007 zuhause bin. Dank CRümel und der weiteren Entschleunigung durch die kleine Maschine erlebe ich altbekannte Runden wieder neu.
Nach 183 Fahrkilometern kam ich vor der Garage an. Ein heißes Vollbad lockerte meine verspannten Muskeln. Morgen habe ich einen Physio-Termin, wo meine blockierten Wirbel wieder ein wenig gerade geschoben werden! Der heiße Tee brachte meine verfrorenen Lebensgeister dann wieder in die Bahn.
Fazit:
Die erste längere Tour des Jahres - ein Mai-Erlebnis. Selten erlebte ich so entspannte Mitfahrer. Bis auf die muselmanischen Deppen in Schöningen - aber irgendwas ist ja immer. Ansonsten war sogar der Tetzelstein-Treffpunkt dieses Mal erträglich. Ein wirklich schöner Mai-Anfang.
Los ging es erst einmal in Richtung Königslutter. Dann bog ich auf der Hausrunde ab, und besuchte die Tankstelle in Semmenstedt. Hier merkte ich das erste Mal den Unterschied Windschatten zu freier Fahrt. Es war gelinde gesagt saukalt! Die Lederjacke hat ein anderes Klima als die Textiljacke. Zum Zurückfahren war ich nicht bereit. Und so stopfte ich mir sämtliches Material, was ich hatte, in das Leder hinein: Sitzkissen als Brustschutz, ein Putztuch als zusätzliches Halstuch, und einen Einkaufsbeutel oben drüber. Das sollte erst einmal reichen. In meiner Hecktasche fand ich noch dünne Unterzieh-Handschuhe aus Seide. So gerüstet konnte ich die weitere Tour ausdehnen!
Wegmarkierung Land Braunschweig und Land Preußen
Vor blühenden Rapsfeldern und dem blauen Himmel hob sich die Kreidler besonders gut ab. Als ich am Fotografieren war, fuhr ein alter Golf an mir vorbei und hupte laut. Ich wunderte mich, was das wohl sollte. Erst später ging mir auf: der hatte den Daumen hoch gehabt. Ein Tribut der Achtung für Kreidler?
Überhaupt waren auffällig viele Oldtimer unterwegs. In Braunschweig war ein Treffen, das erfuhr ich später an einem Haltepunkt im Elm.
Insgesamt war sehr wenig PKW Verkehr. Und die Motorräder, denen ich begegnete, waren fast alle entspannt und gemütlich unterwegs. Weiter ging es. Ich hatte Glück, das Rittergut Ampleben hatte seine Pforten geöffnet. Fotostopp!
Im Hintergrund werkelte ein Mann auf Knien im fürstlichen Grünstreifen. Er nahm den Tag der Arbeit wörtlich. Brav, brav. Der Ort Ampleben hat eine lange Geschichte, in der auch Till Eulenspiegel seine Rolle spielte.
Heutzutage kann man auf dem Rittergut in Ampleben Wein erstehen.
Ein wenig Wärme im Körper könnte ich jetzt wirklich gebrauchen, aber mit Wein wollte ich das nicht tun! Ich fuhr weiter in Richtung Schöningen. Bei Ritchys Schnellrestaurant in Jerxheim wollte ich mir heißen Kaffee, Tee oder Kakao gönnen. Am besten alles zusammen! Leider waren noch ungefähr 40 andere Menschen per Fahrrad auch auf diese Idee gekommen - bei Ritchy war jeder Platz besetzt. Nein danke, mir war nicht nach Overcrowding.
So lenkte ich mich mit Gedanken ab, und fuhr jetzt in Richtung Elm. In Räbke gab es ein schönes Gartenlokal, da war ich mit dem Zettfahrer schon einige Male eingekehrt. Ich fuhr bei gemütlichen 70 km/h in den Höhenzug hinein. Auf 300 Höhenmetern wurde es noch kühler - aber dank des Windschattens zwischen den Bäumen kam es mir nicht so ätzend vor. Bald war das Ziel erreicht. Restaurant an der Schunterquelle. Ein Holztor versperrte mir allerdings brutal den Weg zum heißen Getränk - Ruhetag. Mal wieder eine Auswirkung des Servicekräfte-Mangels. Wer will schon an den Tagen arbeiten, an denen andere feiern!
Jetzt kannte ich nur noch eine Location, die garantiert offen hatte: der Tetzelstein. Auch Torfhaus für Arme genannt. Ein Szenetreff von Sehen-und-Gesehen-werden. Sonst eine No-Go-Area für mich.
Heute war's egal, ich wußte, dass es dort Kaffee für 1 Euro gibt. Take-away. Jeder Motorradfahrer aus dem Umkreis hält dort regelmäßig an.
Ein Zwischenstopp im Wald mußte noch sein. Währenddessen zog ein langer Troß an mir vorbei: an die vierzig Zweiräder, in der Mitte eine beachtliche Menge an Vespa-Fahrern, und hinten dran die Dickschiffe. Im Schlepptau noch einige kleine Cabrios.
Ich rückte meine provisorischen Wärmepolster unter der Jacke zurecht, und fuhr hinterher. Am Tetzelstein suchte ich mir gleich in der Nähe des Lokals einen Stellplatz. Gut, das CRümel so leicht und schmal ist. Ich hatte kaum den Helm abgenommen, als sich die ersten Biker um uns versammelten und die Kreidler begutachteten. Nach wenigen Minuten löste ich schmunzelnd den Pulk auf, indem ich verriet, dass die kleine Maschine von 2017 ist und mitnichten "gut restauriert". Eine Anregung nahm ich allerdings mit: Weißwand-Reifen. Das müßte bei CRümel wirklich gut ausschauen!
Ich ließ Helm, Handschuhe und die Taschen an der Kreidler. Da kommt nichts weg, war ich mir sicher! Endlich konnte ich einen heißen Kaffee ergattern! Selten hat mir ein Getränk so gut getan. Das Lokal brummte, und ich gab 100% Trinkgeld, weil ich mich zwischendrängeln durfte. Die Tische waren fast alle besetzt - viele Besucher waren oldtimermäßig gekleidet: Lederkappe, Knickerbocker - sie kamen aus Braunschweig, vom Oldtimer-Treff. Daher auch die netten alten Automobile auf dem Parkplatz.
Zurück an der Kreidler, trafen neben mir zwei interessant aussehende Maschinen ein. Vater und Sohn. Den Maschinentyp hatte ich nicht erkennen können. Der Sohnemann erzählte mir, dass seine ein Scheunenfund war. Der Tank eingedellt, mit Rostfarbe lackiert, und an der Seite war ein Flachmann montiert - dort sollte später eine Temperaturanzeige anmontiert werden. Überhaupt war das ganze Maschinchen wirklich interessant verbastelt und ich kann mich noch ärgern, dass ich davon kein Foto gemacht habe.
Der Kaffee hatte mich gut aufgewärmt, und so zog ich weiter. Ich hatte einen Fotoplan am Tagebau Schöningen. Auf dem Weg dahin ergab sich etwas, was sonst nicht öffentlich befahrbar war.
Firma Horch und Guck hatte die Wegschranke offen - eine prima Möglichkeit!
Auf dem Hügel der Bundesstelle für Fernmelde-Statistik
Gleich dahinter fand ich noch einen Stopp.
Von Befahren stand auf dem Schild nichts - ich überlegte kurzzeitig, und holte mir dann doch zu Fuß ein Foto. Obwohl mich solche Verbotschilder immer reizen, genau DAS zu tun, was da verboten war. Das Golfgelände war mit hohem Gebüsch verdeckt. Hier wollte die elitäre Schicht unter sich bleiben. Eine Lücke im Gestrüpp ließ einen Blick zu.
Im Hintergrund machte ein Golfer merkwürdige Verrenkungen vor dem Loch mit der roten Fahne. Eine Verneigung vor dem Rasen?
Hier war nichts, was mich wirklich interessierte. Eine breite Reifenspur auf dem frühlingsgrünen Rasen hinterlassen, DAS wäre es gewesen. Eventuell hätte ich dann fliegende Golfschläger ergattern können, mit denen nach mir geworden worden wäre. Aber wie hätte ich die transportieren sollen? Und wozu braucht man die, wenn man selbst nicht Golf spielt ...
Amüsiert mit den Gedanken im Kopf fuhr ich weiter. Nach Schöningen. Ein Sprinter mit kaputtem Rücklicht und Fahrern aus dem Orient meinte, mich an einer Wegkreuzung wegdrängen zu müssen. Beim Abbiegen in die City von Schöningen bekam das dreiste Volk, welches mich aus dem Beifahrerfenster beschimpfte, den Mittelfinger von mir zu sehen. Nicht auf das Handy schauen, und bitte bei 50 km/h bleiben, depperter Gucks-du!
Am Fotoziel, zur Freude gänzlich unversehrt!
Tagebau-Gebiet Schöningen; Aussichtsplateau
Für mich hieß es nun, zurückzufahren. Allmählich merkte ich den Tag in den ungeübten Muskeln. Das Wetter war aber noch zu herrlich, der Harz in der Ferne dunstig, die Rapsfelder leuchteten wie mit dem Eddingstift markiert. Ich hätte - mit wärmeren Motorradsachen - noch bis zum Dunkelwerden so weiterfahren können.
So dehnte ich trotz erneutem Frösteln die Rückfahrt-Strecke doch noch etwas aus. Immer noch war recht wenig Verkehr. Ich stoppte frech auf einer Bahnlinie. Direkt auf den Schienen.
Der geübte Betrachter wird erkennen, dass trotzdem keine Gefahr drohte. Die alte Bahnlinie von Schöppenstedt nach Schöningen und weiter nach Helmstedt ist seit langem (2007) stillgelegt. Der Tagebau in Schöningen kam, und es wurden die Gleise tot gemacht. Der Schöninger Bahnhof, bei Google Maps hochtrabend als Historische Sehenswürdigkeit markiert, ist jetzt eine Ruine. Das Gebäude verfällt. Die Bahn war damals der Ansicht "Hier fährt ja eh kaum einer mit". Das sahen die Anwohner zwar ganz anders - aber wie üblich wird das Volk nicht gehört. Eine traurige Entwicklung. Die sich andernorts ständig und immer wieder aufs Neue wiederholt. Trotz Wiederholung wird es aber nicht besser - unter dem Deckmantel der Rentabilität wird Geldgeilheit kaschiert? Denn obwohl die Bahn regelmäßig ihre Preise anhebt, wird der Service immer mieser: Verspätungen sind normal, und das Schienennetz wird immer maroder. Von gefrustetem Vandalismus an und in den Wagen mal ganz abgesehen.
In meinem Umland und auf der Hausrunde gibt es eine Menge Geschichte. Dank der kleinen Touren erfahre ich immer mehr über die Region, in der ich seit 2007 zuhause bin. Dank CRümel und der weiteren Entschleunigung durch die kleine Maschine erlebe ich altbekannte Runden wieder neu.
Nach 183 Fahrkilometern kam ich vor der Garage an. Ein heißes Vollbad lockerte meine verspannten Muskeln. Morgen habe ich einen Physio-Termin, wo meine blockierten Wirbel wieder ein wenig gerade geschoben werden! Der heiße Tee brachte meine verfrorenen Lebensgeister dann wieder in die Bahn.
Fazit:
Die erste längere Tour des Jahres - ein Mai-Erlebnis. Selten erlebte ich so entspannte Mitfahrer. Bis auf die muselmanischen Deppen in Schöningen - aber irgendwas ist ja immer. Ansonsten war sogar der Tetzelstein-Treffpunkt dieses Mal erträglich. Ein wirklich schöner Mai-Anfang.
Große Maschinen und CRümel
Kurzfristig ergab sich ein Treffen mit lieben Bekannten, die ich seit einem Jahr nicht gesehen und gesprochen hatte. Da die Unterkunft der Jungs kein Essen anbot wegen des Vor-Feiertages, organisierte ich schnell eine Alternative. Dann fuhr ich zur Pension und begrüßte den Oldie der Truppe, der sich bereiterklärt hatte, auf mich zu warten.
Was für ein Bild: die Kreidler neben dem großen Flaggschiff!
Dann trafen die anderen ein. Sie hatten noch Getränke für später besorgt, denn die Gaststättenbar war ebenfalls geschlossen. Die Begrüßung fiel sehr herzlich aus. Dann ging es los, ich vorne weg. Ich hatte ihnen zwar angeboten, dass ich CRümel stehen lasse und bei einem mitfahre, aber sie wollten nicht: ich sollte voran fahren! Die drei Kilometer bis zum Futtertrog waren ein Erlebnis! Das Motörchen vom CRümel war nicht hörbar für mich ...
Kulinarisch beim Restaurant "Helena" in Abbenrode gut versorgt, zog sich der Abend noch lange hin.
Die Abfahrt vor dem Restaurant sah sicher lustig aus: die kleine Kreidler vorneweg, und im Schlepptau die VN's, die Indian, und die Zett vom Zettfahrer als Schlußlicht.
Auf der Rückfahrt zur Pension hupte es plötzlich laut und häufig hinter mir. Meine Hecktasche hatte sich selbständig gemacht! Ich hatte wohl den Rundum-Reißverschluß von der Bodenplatte nicht richtig zugemacht. Dem Inhalt (Digicam, Handy) war nichts passiert - ein Glück! Und es war auch keiner über die Tasche drüber gefahren.
Onkel Uwe packt nur noch schnell die Getränke aus, dann hockten wir uns in den Windschatten vor die Pension. Und klönten bis weit nach Mitternacht. Viele Themen wurden bequatscht, und viel und herzlich gelacht! Das war mal wieder ein toller Treff gewesen!
Auf der Rückfahrt nach Hause setzte ein feiner Regen ein, der mir die Sicht nahm. Streulicht, ihr kennt das. Zum Glück für mich waren kaum andere Verkehrsteilnehmer unterwegs. Die waren wohl auf den Mai-Tanzfeiern! Eine kleine Baustelle umfuhr ich einfach über den Fußweg - wo kein Kläger ...
Das war ein schöner Abend gewesen. Das Süd-Chapter der Grenzadler Thüringen ist eine echt nette Truppe, die mich noch nicht vergessen hat. Auch wenn ich nicht mehr bei den Vulcis bin. Und keine große Maschine fahre!
Mittwoch, 17. April 2019
Technik - Der CRümel und das Gepäck
Nachdem ich den ganzen Tag - und ich meine den ganzen Tag! - verschiedene Foren durchsucht habe, Googel nach allen x-beliebigen Stichworten abgefragt habe, die Roller- und Mofa-Foren abgegrast, die Gebraucht-Waren-Händler im Internet angerufen habe, meine Mofa-Bekannten angetextet ...
... ergibt sich ein ernüchterndes Fazit:
Für die Kreidler Dice CR125 gibt es kein wirkliches Gepäcksytem für Satteltaschen-Abstandhalter seitwärts. Das heißt aber nicht, dass kein Gepäck transportiert werden darf! Der Markt ist dafür wohl offenbar nicht da. Bei uns in der Gegend bin ich die Einzige mit so einer kleinen Maschine. Man sollte beim Packen halt nur beachten:
Gewicht (vollgetankt) 112 kg, zulässiges Gesamtgewicht 270 kg
112 kg vollgetankt, dazu dann mich Klops mit 85 kg, wäre also 70 kg Gepäck möglich.
Es gibt im Net reichlich von dem Zeug - aber nicht die Maße, die ich benötige! Da ich aber demnächst mit einer NVA Seitentasche reisen werde, die mir so leider in die Speichen klötert, muß was geändert werden.
Also fertigte ich eine Zeichnung an, verhunzte diverse Fotos von CRümels Seitenfront und nutzte viele sehr gute Kraftausdrücke zur Motivation.
Raus kam jetzt dies:
Bitte steinigt mich nicht ob der stümperhaften Ausführung. Ich bin kein Ingenieur ;-).
Die Variante U-Form-Stütze:
Und hier die V-Form. Mal sehen, was besser machbar ist.
Momentan sieht meine Gepäcklösung, mit der ich wegen der Abmaße recht zufrieden bin, so aus:
Der Kanken-Mini paßt perfekt an die Haltegriffe. Die Träger wurden zusätzlich mit kleinen Kabelbindern gesichert. Soll sich ja nichts selbständig machen während der Fahrt!
Da sich die Farbe nicht so gut macht, bin ich bei Ebay Kleinanzeigen auf der Suche nach einem Mini-Kanken in orange und/oder in schwarz.
Wenn mein Bekannter von seiner Motorradtour wieder Zuhause ist, wird er sich um das Schweißen dieser zwei Teile kümmern. So hat er mir das erzählt. Ich werde berichten.
Schon krass, was es alles NICHT gibt für die kleine Kreidler ... aber man wird ja erfinderisch ;-).

Danke Mike, für Dein Hilfeangebot - kommt gesund wieder von eurer Tour, und habt viel Spaß!
Die Seite gibt es bei Fratzebuch, sie ist öffentlich und jeder kann sich dort umschauen! Stichwort Zusammen Rollen - Biker Blog
... ergibt sich ein ernüchterndes Fazit:
Für die Kreidler Dice CR125 gibt es kein wirkliches Gepäcksytem für Satteltaschen-Abstandhalter seitwärts. Das heißt aber nicht, dass kein Gepäck transportiert werden darf! Der Markt ist dafür wohl offenbar nicht da. Bei uns in der Gegend bin ich die Einzige mit so einer kleinen Maschine. Man sollte beim Packen halt nur beachten:
Gewicht (vollgetankt) 112 kg, zulässiges Gesamtgewicht 270 kg
112 kg vollgetankt, dazu dann mich Klops mit 85 kg, wäre also 70 kg Gepäck möglich.
Es gibt im Net reichlich von dem Zeug - aber nicht die Maße, die ich benötige! Da ich aber demnächst mit einer NVA Seitentasche reisen werde, die mir so leider in die Speichen klötert, muß was geändert werden.
Also fertigte ich eine Zeichnung an, verhunzte diverse Fotos von CRümels Seitenfront und nutzte viele sehr gute Kraftausdrücke zur Motivation.
Raus kam jetzt dies:
Bitte steinigt mich nicht ob der stümperhaften Ausführung. Ich bin kein Ingenieur ;-).
Die Variante U-Form-Stütze:
Und hier die V-Form. Mal sehen, was besser machbar ist.
Momentan sieht meine Gepäcklösung, mit der ich wegen der Abmaße recht zufrieden bin, so aus:
Der Kanken-Mini paßt perfekt an die Haltegriffe. Die Träger wurden zusätzlich mit kleinen Kabelbindern gesichert. Soll sich ja nichts selbständig machen während der Fahrt!
Da sich die Farbe nicht so gut macht, bin ich bei Ebay Kleinanzeigen auf der Suche nach einem Mini-Kanken in orange und/oder in schwarz.
Wenn mein Bekannter von seiner Motorradtour wieder Zuhause ist, wird er sich um das Schweißen dieser zwei Teile kümmern. So hat er mir das erzählt. Ich werde berichten.
Schon krass, was es alles NICHT gibt für die kleine Kreidler ... aber man wird ja erfinderisch ;-).

Danke Mike, für Dein Hilfeangebot - kommt gesund wieder von eurer Tour, und habt viel Spaß!
Die Seite gibt es bei Fratzebuch, sie ist öffentlich und jeder kann sich dort umschauen! Stichwort Zusammen Rollen - Biker Blog
Technisches - Gashand-Entlastung
Ich habe im Internet einiges nachgelesen bezüglich Entlastung der Gashand. Nachdem ich nach den ersten kleinen Runden erneut Probleme mit dem rechten Arm-Schulterbereich hatte, mußte ich mir nämlich Gedanken zur Abhilfe machen. Der CRümel muß ständig am Gas gehalten werden, wenn man auf Tempo bleiben will. Einzylinder eben.
Ein Gespräch mit der Freundin des Schraubers brauchte mich dann auf den Trichter. Und Tante Luise hatte welche im Sortiment. Eine Größe ist für "normale Griffe", die andere für Heizgriffe.
Das Teil nennt sich Gasgriff-Hilfe. Es sitzt ziemlich stramm und läßt sich auch nur nach vorne verschieben. Wenn man den Sitz korrigieren möchte, muß man einmal herum nudeln. Der stramme Sitz hat den Vorteil, dass es nicht einfach so weggediebt wird!
Nach einigen Fahrten kann ich sagen, dass es seinen Zweck erfüllt. Quasi eine andere Art von Tempomat!
Es dauerte etwas, bis ich die für mich passende Position gefunden hatte. Das Ausprobieren solltet ihr auf einem ruhigen Stück Weg erledigen - sucht euch die Position, wo ihr genug Tempo habt und schaut dann, wie eure rechte Hand mitsamt Handschuh das Gas hält.
Achtung - die Gashilfe reagiert sofort, soll heißen: sitzt das Teil dran, gibt jeder kleine Druck mit dem Handballen eine Reaktion.
Ich probierte es erst im Leerlauf aus, aber das ist nicht das realistische Feeling.
Für 9,99 Euronen zu haben.
Gute Fahrt!
Ein Gespräch mit der Freundin des Schraubers brauchte mich dann auf den Trichter. Und Tante Luise hatte welche im Sortiment. Eine Größe ist für "normale Griffe", die andere für Heizgriffe.
Das Teil nennt sich Gasgriff-Hilfe. Es sitzt ziemlich stramm und läßt sich auch nur nach vorne verschieben. Wenn man den Sitz korrigieren möchte, muß man einmal herum nudeln. Der stramme Sitz hat den Vorteil, dass es nicht einfach so weggediebt wird!
Nach einigen Fahrten kann ich sagen, dass es seinen Zweck erfüllt. Quasi eine andere Art von Tempomat!
Es dauerte etwas, bis ich die für mich passende Position gefunden hatte. Das Ausprobieren solltet ihr auf einem ruhigen Stück Weg erledigen - sucht euch die Position, wo ihr genug Tempo habt und schaut dann, wie eure rechte Hand mitsamt Handschuh das Gas hält.
Achtung - die Gashilfe reagiert sofort, soll heißen: sitzt das Teil dran, gibt jeder kleine Druck mit dem Handballen eine Reaktion.
Ich probierte es erst im Leerlauf aus, aber das ist nicht das realistische Feeling.
Für 9,99 Euronen zu haben.
Gute Fahrt!
Montag, 18. Februar 2019
Träumchen Zeit
Letzten Donnerstag war TÜV. Kein Thema, das mit der senfgelben Plakette. Der TÜV Mann fragte dann auch schulterzuckend, was er denn protokollieren solle. Die wäre doch neu. Baujahr 2017, mal zur Erinnerung.
Es folgte das Übliche wie Blinkerprüfung, Ständer runterklappen (geht der Motor aus wie er soll), Lichtprobe, Bremsen treten bzw. fassen. Und für 78 Euro bekamen wir die Genehmigung.
Ich hing gleich eine Hausrunde an den Termin dran. CRümel lief noch nicht richtig. Obwohl frischer Sprit drauf war, machte der Motor ab und an ein unrundes Holpern. Der Schrauber meinte, ich solle erstmal einige hundert Kilometer fahren. Nachdem der Einzylinder so lange gestanden hatte, könne sich das mit dem Fahren wieder bessern.
Na, das tat ich doch gerne, das "einige hundert Kilometer fahren" fahren.
War meine Stimmung letzte Woche überwiegend SO gewesen:
... wurde es langsam besser im Gehirn! Auf einen Hügel setzen - oder fahren - und mal weit ins Land schauen macht einem den Kopf frei. Das war in der letzten Saison schon so. Und das gilt auch heute wieder.
Herrliche Abendzeit, die mit dem Untergang der Februarsonne gleich empfindlich kühl wurde. Egal, hauptsache raus an die Luft, Fernblick und Wind um den Helm pusten lassen. Siehe da: es half. Auch wenn das restliche Adrenalin mich nachts nicht tief schlafen ließ, verhalf mir das Moppedfahren zumindest zum guten Einschlafen.
Am Freitag morgen war der Rasen weiß: Nachtfrost. Also schob ich erstmal die Hausputz-Arbeit an. Gegen Mittag strahlte die Sonne, und es war herrlich warm mit zwölf Grad. Der weitere Haus- und Wohnungsputz mußte warten - jetzt hieß es Gelegenheit zu nutzen!
Ich fuhr gemütlich über die Dörfer nach Wernigerode, den Bruchpiloten im Krankenhaus besuchen. Warm eingepackt fuhr ich meine 62 Kilometer lange Runde. Der CRümel bollerte in gewissen Geschwindigkeiten wie ein Großer, und so mancher Passant drehte sich nach uns um.
Zetti war schon ein wenig neidisch, weil ich schon fahren konnte und er stattdessen ... aber es half ja nichts. Erstmal wieder gesund werden. Die Saison ist noch lang genug, und sicher wird er mal fahren können, wenn ICH nicht frei habe!
Auf dem Rückweg bog ich über den Fallstein ab, fuhr durch das Grenzdorf Rhoden auf der Sachsen-Anhalt-Seite, und nutzte den neuen Straßenbelag nach Osterode/Fallstein. Zwischen Osterode und Veltheim, die L91, wurde monatelang der Asphalt erneuert. Vormals eine böse Buckelpiste, war jetzt ein aalglatter Belag geschaffen. So richtig zum Brettern. Was einige Gebückte und verstärkt auch die Autofahrer mit zweifelhafter Manier nutzten.
Eine Anhöhe lockte aus den Augenwinkeln. Ich hatte die Nase voll von den Hartz4-Schumis, und wollte eine Pause. Ich suchte mir einen Wendepunkt, schob den CRümel hin und her, und holperte wenig später den Wirtschaftsweg hinauf bis zu einer Halteschleife. Hier war ein grandioser Fernblick ins Umland!
Weit weit ging der Blick hinunter. Hier oben war kein Geräusch zu hören, außer das ab und an ein versteckt sitzender Vogel zaghaft vor sich hinpiepste. Dieser Weg hätte Zetti auch gefallen, so typisch "Ich-entdeckt".
Bevor die Sonne ganz weg sein würde, fuhr ich weiter. Einen Fotostopp wollte ich noch machen.
Hessendamm, Mattierzoll.
Mattierzoll liegt an der B 79 auf halbem Weg zwischen Halberstadt und Wolfenbüttel unmittelbar an der Landesgrenze Niedersachsen/Sachsen-Anhalt. Der Ortsname leitet sich von Mattier ab, einer Zahlungseinheit zum Überqueren des Hessendamms nach Hessen am Fallstein.
Die Grenze war zu allen Zeiten durchlässig und wurde erst nach dem Zweiten Weltkrieg immer unüberwindbarer. Hier grenzten die sowjetische und die britische Besatzungszone aneinander, was zur stark gesicherten innerdeutschen Grenze führte. Die frühere Reichsstraße 79, nunmehr im Westen B 79 und auf dem Gebiet der DDR Fernverkehrsstraße 79, wurde zwischen Mattierzoll und dem Ort Hessen unterbrochen. Auf westlicher Seite bestand sie als schmale, kopfsteingepflasterte Straße bis an die Grenzanlagen. Neben ihr wurde ein Informationspunkt über die Grenzanlagen und den Todesstreifen eingerichtet.
Am 12. November 1989 um 7.58 Uhr öffnete sich durch die Wende und friedliche Revolution in der DDR die Grenze und die B 79 wurde wieder durchgängig befahrbar. Heute erinnern nur noch ein erhalten gebliebener Grenzwachturm und der Informationspunkt an die ehemalige Grenze. (Quelle: Wikipedia).
Heute nutzen Vollidioten den Bereich um den Wachturm als illegalen Müllabladeplatz. Von Zeit zu Zeit säubern Mitarbeiter der Straßenmeisterei den Bereich. Das Rasenstück vor dem Turm wirkt ungepflegt, das Erklär-Schild vor dem Turm ist von Grünspan und Vogelkot überzogen, das ganze Gelände sieht vernachlässigt aus. Ich finde es sehr schade, dass dieses Mahnmal der deutschen Geschichte verkommt. Es ist verständlich, dass dieser Teil der deutschen Geschichte (Teilung des Volkes) gerade bei den Anwohnern kein Jubelgeschrei auslöst. Aber dieser Teil existiert nun mal, und kein Gestrüpp der Welt und kein noch so großer Sperrmüllhaufen kann das übertünchen!
Mit einbrechender Dunkelheit und ziemlicher Nachtkühle kamen wir Zuhause vor der Garage an. Morgen ist der CRümel dran. Kettenpflege, Dreck abputzen, Schraubenkontrolle. Durch die Vibrationen rüttelt sich immer irgendwo etwas lose. Da konnte ich auch gleich ausprobieren, ob ich den Hinterrad-Heber noch beherrschte.
Samstag nach dem CRümel Check - alles ging gut - ging es wieder los, Richtung Harz. Zetti war aus dem Krankenhaus frei gelassen worden. Der Familienköter hatte während seiner Abwesenheit so einiges zerlegt, und konnte sich kaum beruhigen, als Zetti Zuhause ankam. So freut sich nur ein Boxer. Mitsamt dem ganzen Körper, und begleitet von ganz ganz viel Gesabber ...
Auf dem Rückweg zu mir hieß es tanken. Wieder kamen knapp 150 Kilometer auf CRümels Tacho drauf. Die Tankquittung ergab 3,5 Liter auf 100 Kilometern. Not bad!
Durch die kühlen Nachttemperaturen war die Fernsicht erneut ein Traum. Der Vorharz, die Asse, der Elm - alles in verwischte Hellblau-Töne getüncht.
Wir sahen viele andere Zweiradfahrer. Einige probierten ihre neuen Lederkombis aus, andere gingen es deutlich entspannter an. Manche Hand zuckte zu unserem Gruß heraus, um dann wie verschämt wieder an den Lenker zu fassen. Ich mußte schmunzeln. CRümel und ich fahren ganzjährig, lange, oft und relativ häufig auch unkonventionell querfeldein durch die Lande - und trotzdem waren wir es in deren Augen offenbar nicht wert, gegrüßt zu werden.
Die untergehende Sonne färbte den Himmel blutrot. Glücklich und voll mit Adrenalin kamen wir Zuhause an. Der CRümel gefällt mir immer besser. Etwas schwach auf dem Motörchen ist er schon. Als 250er wäre er sicher noch attraktiver. Bei starkem Gegenwind hopst das leichte Maschinchen auch gerne mal ein Stück. Wenn es allerdings darum geht, Wege zu befahren, die "eigentlich" nicht erlaubt sind ... geht die Kreidler auch mal als Mofa durch. Und damit provoziert es die Passanten weniger. CRümel KANN auch leise ...
Auch der Sonntag hatte in der Nacht Frost gezeigt. Und wieder lockte ein wunderschönes Sonnenwetter. Zetti und ich wollten heute auswärts essen. Ritchys Grillrestaurant war der Treffpunkt. Er fuhr mit dem Auto an, ich mit zwei Rädern.
Ich entdeckte auf dem Weg ein Heavens-Gate ...
Freistehend, mit hineingeschmiedetem Monogramm. Da ich kreuz und quer gefahren war, ohne großartig auf die Karte zu schauen, kann ich keinen Ortshinweis geben. Da muß ich wohl noch einmal längs fahren ...
Da wir noch Zeit hatten, machte ich einen weiteren Stopp. Fotozeit...
In größerer Entfernung trabte eine Herde Rehe über die Feldmark. Es war gegen 14 Uhr. Als ich den CRümel wieder anließ und aus dem Seitenweg röhrte, galoppierte die Herde aufgeschreckt davon. Loud Pipes save Life ...
Bei Ritchy waren so einige Biker anwesend. Das Wetter lockte natürlich. Ein guter Kumpel vom Zettfahrer kam auch vorbei. Der hatte jahrelang krankheitsbedingt nicht fahren können. Jetzt hatte er sich eine Intruder gekauft, und nun ging es auch wieder an. Das wird sicher prima, wenn die ganze motorisierte Clique der Motorradfreunde Wasserleben mal auf Achse fahren wird!
Vier schöne erlebnisreiche Tage waren das. Wir haben es genossen.
Tschüssi - bis die Tage mal wieder!
Der CRümel läuft übrigens wieder rund. Nach ungefähr 350 Kilometern hört sich der Motor wieder richtig emsig an!
Es folgte das Übliche wie Blinkerprüfung, Ständer runterklappen (geht der Motor aus wie er soll), Lichtprobe, Bremsen treten bzw. fassen. Und für 78 Euro bekamen wir die Genehmigung.
Ich hing gleich eine Hausrunde an den Termin dran. CRümel lief noch nicht richtig. Obwohl frischer Sprit drauf war, machte der Motor ab und an ein unrundes Holpern. Der Schrauber meinte, ich solle erstmal einige hundert Kilometer fahren. Nachdem der Einzylinder so lange gestanden hatte, könne sich das mit dem Fahren wieder bessern.
Na, das tat ich doch gerne, das "einige hundert Kilometer fahren" fahren.
War meine Stimmung letzte Woche überwiegend SO gewesen:
... wurde es langsam besser im Gehirn! Auf einen Hügel setzen - oder fahren - und mal weit ins Land schauen macht einem den Kopf frei. Das war in der letzten Saison schon so. Und das gilt auch heute wieder.
Herrliche Abendzeit, die mit dem Untergang der Februarsonne gleich empfindlich kühl wurde. Egal, hauptsache raus an die Luft, Fernblick und Wind um den Helm pusten lassen. Siehe da: es half. Auch wenn das restliche Adrenalin mich nachts nicht tief schlafen ließ, verhalf mir das Moppedfahren zumindest zum guten Einschlafen.
Am Freitag morgen war der Rasen weiß: Nachtfrost. Also schob ich erstmal die Hausputz-Arbeit an. Gegen Mittag strahlte die Sonne, und es war herrlich warm mit zwölf Grad. Der weitere Haus- und Wohnungsputz mußte warten - jetzt hieß es Gelegenheit zu nutzen!
Ich fuhr gemütlich über die Dörfer nach Wernigerode, den Bruchpiloten im Krankenhaus besuchen. Warm eingepackt fuhr ich meine 62 Kilometer lange Runde. Der CRümel bollerte in gewissen Geschwindigkeiten wie ein Großer, und so mancher Passant drehte sich nach uns um.
Zetti war schon ein wenig neidisch, weil ich schon fahren konnte und er stattdessen ... aber es half ja nichts. Erstmal wieder gesund werden. Die Saison ist noch lang genug, und sicher wird er mal fahren können, wenn ICH nicht frei habe!
Auf dem Rückweg bog ich über den Fallstein ab, fuhr durch das Grenzdorf Rhoden auf der Sachsen-Anhalt-Seite, und nutzte den neuen Straßenbelag nach Osterode/Fallstein. Zwischen Osterode und Veltheim, die L91, wurde monatelang der Asphalt erneuert. Vormals eine böse Buckelpiste, war jetzt ein aalglatter Belag geschaffen. So richtig zum Brettern. Was einige Gebückte und verstärkt auch die Autofahrer mit zweifelhafter Manier nutzten.
Eine Anhöhe lockte aus den Augenwinkeln. Ich hatte die Nase voll von den Hartz4-Schumis, und wollte eine Pause. Ich suchte mir einen Wendepunkt, schob den CRümel hin und her, und holperte wenig später den Wirtschaftsweg hinauf bis zu einer Halteschleife. Hier war ein grandioser Fernblick ins Umland!
Weit weit ging der Blick hinunter. Hier oben war kein Geräusch zu hören, außer das ab und an ein versteckt sitzender Vogel zaghaft vor sich hinpiepste. Dieser Weg hätte Zetti auch gefallen, so typisch "Ich-entdeckt".
Bevor die Sonne ganz weg sein würde, fuhr ich weiter. Einen Fotostopp wollte ich noch machen.
Hessendamm, Mattierzoll.
Mattierzoll liegt an der B 79 auf halbem Weg zwischen Halberstadt und Wolfenbüttel unmittelbar an der Landesgrenze Niedersachsen/Sachsen-Anhalt. Der Ortsname leitet sich von Mattier ab, einer Zahlungseinheit zum Überqueren des Hessendamms nach Hessen am Fallstein.
Die Grenze war zu allen Zeiten durchlässig und wurde erst nach dem Zweiten Weltkrieg immer unüberwindbarer. Hier grenzten die sowjetische und die britische Besatzungszone aneinander, was zur stark gesicherten innerdeutschen Grenze führte. Die frühere Reichsstraße 79, nunmehr im Westen B 79 und auf dem Gebiet der DDR Fernverkehrsstraße 79, wurde zwischen Mattierzoll und dem Ort Hessen unterbrochen. Auf westlicher Seite bestand sie als schmale, kopfsteingepflasterte Straße bis an die Grenzanlagen. Neben ihr wurde ein Informationspunkt über die Grenzanlagen und den Todesstreifen eingerichtet.
Am 12. November 1989 um 7.58 Uhr öffnete sich durch die Wende und friedliche Revolution in der DDR die Grenze und die B 79 wurde wieder durchgängig befahrbar. Heute erinnern nur noch ein erhalten gebliebener Grenzwachturm und der Informationspunkt an die ehemalige Grenze. (Quelle: Wikipedia).
Heute nutzen Vollidioten den Bereich um den Wachturm als illegalen Müllabladeplatz. Von Zeit zu Zeit säubern Mitarbeiter der Straßenmeisterei den Bereich. Das Rasenstück vor dem Turm wirkt ungepflegt, das Erklär-Schild vor dem Turm ist von Grünspan und Vogelkot überzogen, das ganze Gelände sieht vernachlässigt aus. Ich finde es sehr schade, dass dieses Mahnmal der deutschen Geschichte verkommt. Es ist verständlich, dass dieser Teil der deutschen Geschichte (Teilung des Volkes) gerade bei den Anwohnern kein Jubelgeschrei auslöst. Aber dieser Teil existiert nun mal, und kein Gestrüpp der Welt und kein noch so großer Sperrmüllhaufen kann das übertünchen!
Mit einbrechender Dunkelheit und ziemlicher Nachtkühle kamen wir Zuhause vor der Garage an. Morgen ist der CRümel dran. Kettenpflege, Dreck abputzen, Schraubenkontrolle. Durch die Vibrationen rüttelt sich immer irgendwo etwas lose. Da konnte ich auch gleich ausprobieren, ob ich den Hinterrad-Heber noch beherrschte.
Samstag nach dem CRümel Check - alles ging gut - ging es wieder los, Richtung Harz. Zetti war aus dem Krankenhaus frei gelassen worden. Der Familienköter hatte während seiner Abwesenheit so einiges zerlegt, und konnte sich kaum beruhigen, als Zetti Zuhause ankam. So freut sich nur ein Boxer. Mitsamt dem ganzen Körper, und begleitet von ganz ganz viel Gesabber ...
Auf dem Rückweg zu mir hieß es tanken. Wieder kamen knapp 150 Kilometer auf CRümels Tacho drauf. Die Tankquittung ergab 3,5 Liter auf 100 Kilometern. Not bad!
Durch die kühlen Nachttemperaturen war die Fernsicht erneut ein Traum. Der Vorharz, die Asse, der Elm - alles in verwischte Hellblau-Töne getüncht.
Wir sahen viele andere Zweiradfahrer. Einige probierten ihre neuen Lederkombis aus, andere gingen es deutlich entspannter an. Manche Hand zuckte zu unserem Gruß heraus, um dann wie verschämt wieder an den Lenker zu fassen. Ich mußte schmunzeln. CRümel und ich fahren ganzjährig, lange, oft und relativ häufig auch unkonventionell querfeldein durch die Lande - und trotzdem waren wir es in deren Augen offenbar nicht wert, gegrüßt zu werden.
Die untergehende Sonne färbte den Himmel blutrot. Glücklich und voll mit Adrenalin kamen wir Zuhause an. Der CRümel gefällt mir immer besser. Etwas schwach auf dem Motörchen ist er schon. Als 250er wäre er sicher noch attraktiver. Bei starkem Gegenwind hopst das leichte Maschinchen auch gerne mal ein Stück. Wenn es allerdings darum geht, Wege zu befahren, die "eigentlich" nicht erlaubt sind ... geht die Kreidler auch mal als Mofa durch. Und damit provoziert es die Passanten weniger. CRümel KANN auch leise ...
Auch der Sonntag hatte in der Nacht Frost gezeigt. Und wieder lockte ein wunderschönes Sonnenwetter. Zetti und ich wollten heute auswärts essen. Ritchys Grillrestaurant war der Treffpunkt. Er fuhr mit dem Auto an, ich mit zwei Rädern.
Ich entdeckte auf dem Weg ein Heavens-Gate ...
Freistehend, mit hineingeschmiedetem Monogramm. Da ich kreuz und quer gefahren war, ohne großartig auf die Karte zu schauen, kann ich keinen Ortshinweis geben. Da muß ich wohl noch einmal längs fahren ...
Da wir noch Zeit hatten, machte ich einen weiteren Stopp. Fotozeit...
In größerer Entfernung trabte eine Herde Rehe über die Feldmark. Es war gegen 14 Uhr. Als ich den CRümel wieder anließ und aus dem Seitenweg röhrte, galoppierte die Herde aufgeschreckt davon. Loud Pipes save Life ...
Bei Ritchy waren so einige Biker anwesend. Das Wetter lockte natürlich. Ein guter Kumpel vom Zettfahrer kam auch vorbei. Der hatte jahrelang krankheitsbedingt nicht fahren können. Jetzt hatte er sich eine Intruder gekauft, und nun ging es auch wieder an. Das wird sicher prima, wenn die ganze motorisierte Clique der Motorradfreunde Wasserleben mal auf Achse fahren wird!
Vier schöne erlebnisreiche Tage waren das. Wir haben es genossen.
Der CRümel läuft übrigens wieder rund. Nach ungefähr 350 Kilometern hört sich der Motor wieder richtig emsig an!
Montag, 11. Februar 2019
Saisonbeginn
Man soll ja die Gelegenheiten nutzen, sagt ein Sprichwort. Nachdem ich monatelang NICHT nutzen konnte - außer Batteriepflege, Speichen putzen und süchtig am Auspuff schnuppern - hielt mich letzte Woche nichts mehr. Die Straßen waren okay vom Zustand her, wenn auch noch nicht perfekt. Perfekt wäre gewesen: tagelanger Regen, der das Salz und den Split vom Asphalt wäscht. Aber irgendwas ist ja immer.
Außentemperaturen von acht Grad waren genial. Wobei die Wetterapp meines Handys leicht nach unten meldete, aber ich nahm lieber das Fensterthermometer. Das sagte 8, und darauf stellte ich mich ein!
Etwas ungewohnt war das Anplünnen. Dank Klettverschluß an der Hose paßte der Hosenbund. Memo an mich selbst: das Radfahren wieder verstärkt anfangen.
CRümels Batterie hatte ich bereits einen Tag vorher eingebaut. Eine Batterie, wo ich destilliertes Wasser nachfüllen muß - völliges Neuland für mich. Vom Wasser war aber nur ungefähr 1/5 verdunstet, so daß ich mir da noch keinen Kopf machte.
CRümel sprang nach einigen Hustern sofort an. Mit gezogenem Choke ließ ich den kleinen Motor länger im Stand laufen, bis er warm genug war. Er lief nicht richtig rund. Da braucht es noch einmal eine Nachkorrektur. Nach der Inspektion im letzten Jahr lief der Motor richtig prima. Vielleicht hat das lange Stehen nicht gut getan. Mit Einzylindern habe ich noch keine Erfahrung.
Die ersten Meter fuhr ich im Dorf herum, damit ich wieder ein Gefühl bekam. Das stellte sich aber rasch ein. Die kleine Kreidler ist so leicht zu handhaben, dass es eine Freude war! Ungewohnt war eher der Fahrtwind. Der pfiff mir um die Ohren. Ich war warm genug eingeplünnt mit Zwiebelprinzip, und am Kopf schützte die Sturmhaube von Thermoboy. Da ich um die Mittagszeit herum fuhr, war der umliegende Verkehr noch nicht so ätzend. Es ging über kleine Straßen, ich querte die B1 und fuhr am Rand des Elm entlang. Mir war nach Fernblick!
Destedt, Hemkenrode, Erkerode und in Richtung des Asse-Höhenzuges ging meine Tour. Im kleinen Dorf Weferlingen mit seinen schönen sanften Vierfachkurven heftete sich ein Auto der örtlichen Altenpflegerin an mein Heck. Ich fuhr trotzig meinen gemächlichen Stiefel, was sich als rettend herausstellte: aus einer Hofeinfahrt kam ein junger Bengel geprescht. Eine Vollbremsung meinerseits verhinderte einen Zusammenstoß. CRümels Hinterrad schlingerte auf dem Salzglitsch herum. Da die kleine Maschine so leicht war, konnte ich einen Sturz verhindern. Der Bengel guckte dreist zur anderen Seite, als er dann weiterfuhr.
Grumpf. Das wär's gewesen, und gleich beim ersten Reinigungsritt! Ich fuhr rechts ran und schnaufte erstmal aus. Diese Kurven nahm ich sonst auch immer mit Vorsicht, eben weil da diese Hofausfahrt ist. Wäre ich schneller als mit 30 km/h unterwegs gewesen ...
Bislang war das Jahr 2019 schon ein ziemlicher Miesepeter gewesen - das hätte mir echt das gesamte Jahr endgültig verhagelt!
Es ging weiter, durch den Ort Vahlberg, herauf auf den Hügel mit Blick zum Brocken.
Das Land war noch kahl, das Gras zeigte sich trostlos matschig braun. Einzelne Felder waren mit kleinen grünen Pflanzen bewachsen. In den Senken lagen schmutzige Reste vom Schnee. Trotzdem fand ich das Auslüften grandios: endlich wieder Weitblick! Landschaft-Guck. Luft holen, an allem sehr dicht dran sein ... das hatte mir so sehr gefehlt. Ich habe das Gefühl, je älter ich werde, umso weniger ertrage ich die langen dunklen Tage vom Winter. Das eingeschränkte Unterwegs-sein. Da hilft das Fahrradfahren auch nur zeitweilig! Ein schwacher Ersatz für die Fahrfreude, die ein Moped bringt. Oder ein Motorrad. Wie auch immer!
Die Pastellfarben der Landschaft mochte ich besonders. Das Land schlummert noch, und trotzdem ist der Vorfrühling schon in den Startlöchern. Die ersten Revierlieder der Kohlmeisen tönen durch die Lüfte, und in den Vorgärten stecken Schneeglöckchen und Winterlinge die Köpfe aus der krümeligen Erde.
Bei der ganzen Freude vergaß ich die Zeit, und als die Sonne unterging, wurde es empfindlich kühl. Ich fuhr auf dem kürzesten Weg nach Hause. Meine Füße waren eisekalt. Ich genoß das heiße Vollbad. Wohlige Wärme kroch in den ausgekühlten Körper zurück, während ich die Tour noch einmal im Geiste nachträumte.
Am nächsten Tag schien die Sonne wie bestellt, und die Temperaturen kletterten an die zehn Grad heran. Erneut ging es in die Landschaft. Sogar zweimal an einem Tag. Erst eine kleinere Runde zum Tanken. Auf dem Tageskilometerzählter standen 364 Kilometer, eine Summe, die ich bei Ellie noch nie hatte. Die Rechnung ergab 3,4 Liter auf 100 Kilometer. Der Tank der Kreidler faßt 16 Liter. Damit komme ich mehr als doppelt so weit wie mit Ellie.
Am frühen Nachmittag kam noch eine Fototour dazu. Ich entdeckte einen kleinen Weg zu einer Bank, der dort in einer Sackgasse endete. Ein fantastischer Blick ins Land bot sich uns - hier werde ich mal eine Picknick-Pause machen. Später, wenn es etwas wärmer ist!
Auf dem Rückweg erwischte mich eine Regenfront, die den CRümel total einsiffen ließ. Der Dreck spritzte mir bis zum Knie hoch. Zwei Eimer Putzwasser waren nötig, um die kleine Kreidler wieder in strahlenden Glanz zu bringen!
Nun sind knapp 150 Kilometer mehr auf dem Tacho. Und das Wetter ist wieder mistig geworden. Aber ich konnte schon mal ausprobieren, wie schön es bald wieder wird!
Bei der Gelegenheit stellte ich fest, dass CRümel im Januar tüv-fällig gewesen war. Mal schauen, wann ich das jetzt nachholen kann!
Außentemperaturen von acht Grad waren genial. Wobei die Wetterapp meines Handys leicht nach unten meldete, aber ich nahm lieber das Fensterthermometer. Das sagte 8, und darauf stellte ich mich ein!
Etwas ungewohnt war das Anplünnen. Dank Klettverschluß an der Hose paßte der Hosenbund. Memo an mich selbst: das Radfahren wieder verstärkt anfangen.
CRümels Batterie hatte ich bereits einen Tag vorher eingebaut. Eine Batterie, wo ich destilliertes Wasser nachfüllen muß - völliges Neuland für mich. Vom Wasser war aber nur ungefähr 1/5 verdunstet, so daß ich mir da noch keinen Kopf machte.
CRümel sprang nach einigen Hustern sofort an. Mit gezogenem Choke ließ ich den kleinen Motor länger im Stand laufen, bis er warm genug war. Er lief nicht richtig rund. Da braucht es noch einmal eine Nachkorrektur. Nach der Inspektion im letzten Jahr lief der Motor richtig prima. Vielleicht hat das lange Stehen nicht gut getan. Mit Einzylindern habe ich noch keine Erfahrung.
Die ersten Meter fuhr ich im Dorf herum, damit ich wieder ein Gefühl bekam. Das stellte sich aber rasch ein. Die kleine Kreidler ist so leicht zu handhaben, dass es eine Freude war! Ungewohnt war eher der Fahrtwind. Der pfiff mir um die Ohren. Ich war warm genug eingeplünnt mit Zwiebelprinzip, und am Kopf schützte die Sturmhaube von Thermoboy. Da ich um die Mittagszeit herum fuhr, war der umliegende Verkehr noch nicht so ätzend. Es ging über kleine Straßen, ich querte die B1 und fuhr am Rand des Elm entlang. Mir war nach Fernblick!
Destedt, Hemkenrode, Erkerode und in Richtung des Asse-Höhenzuges ging meine Tour. Im kleinen Dorf Weferlingen mit seinen schönen sanften Vierfachkurven heftete sich ein Auto der örtlichen Altenpflegerin an mein Heck. Ich fuhr trotzig meinen gemächlichen Stiefel, was sich als rettend herausstellte: aus einer Hofeinfahrt kam ein junger Bengel geprescht. Eine Vollbremsung meinerseits verhinderte einen Zusammenstoß. CRümels Hinterrad schlingerte auf dem Salzglitsch herum. Da die kleine Maschine so leicht war, konnte ich einen Sturz verhindern. Der Bengel guckte dreist zur anderen Seite, als er dann weiterfuhr.
Grumpf. Das wär's gewesen, und gleich beim ersten Reinigungsritt! Ich fuhr rechts ran und schnaufte erstmal aus. Diese Kurven nahm ich sonst auch immer mit Vorsicht, eben weil da diese Hofausfahrt ist. Wäre ich schneller als mit 30 km/h unterwegs gewesen ...
Bislang war das Jahr 2019 schon ein ziemlicher Miesepeter gewesen - das hätte mir echt das gesamte Jahr endgültig verhagelt!
Es ging weiter, durch den Ort Vahlberg, herauf auf den Hügel mit Blick zum Brocken.
Das Land war noch kahl, das Gras zeigte sich trostlos matschig braun. Einzelne Felder waren mit kleinen grünen Pflanzen bewachsen. In den Senken lagen schmutzige Reste vom Schnee. Trotzdem fand ich das Auslüften grandios: endlich wieder Weitblick! Landschaft-Guck. Luft holen, an allem sehr dicht dran sein ... das hatte mir so sehr gefehlt. Ich habe das Gefühl, je älter ich werde, umso weniger ertrage ich die langen dunklen Tage vom Winter. Das eingeschränkte Unterwegs-sein. Da hilft das Fahrradfahren auch nur zeitweilig! Ein schwacher Ersatz für die Fahrfreude, die ein Moped bringt. Oder ein Motorrad. Wie auch immer!
Die Pastellfarben der Landschaft mochte ich besonders. Das Land schlummert noch, und trotzdem ist der Vorfrühling schon in den Startlöchern. Die ersten Revierlieder der Kohlmeisen tönen durch die Lüfte, und in den Vorgärten stecken Schneeglöckchen und Winterlinge die Köpfe aus der krümeligen Erde.
Bei der ganzen Freude vergaß ich die Zeit, und als die Sonne unterging, wurde es empfindlich kühl. Ich fuhr auf dem kürzesten Weg nach Hause. Meine Füße waren eisekalt. Ich genoß das heiße Vollbad. Wohlige Wärme kroch in den ausgekühlten Körper zurück, während ich die Tour noch einmal im Geiste nachträumte.
Am nächsten Tag schien die Sonne wie bestellt, und die Temperaturen kletterten an die zehn Grad heran. Erneut ging es in die Landschaft. Sogar zweimal an einem Tag. Erst eine kleinere Runde zum Tanken. Auf dem Tageskilometerzählter standen 364 Kilometer, eine Summe, die ich bei Ellie noch nie hatte. Die Rechnung ergab 3,4 Liter auf 100 Kilometer. Der Tank der Kreidler faßt 16 Liter. Damit komme ich mehr als doppelt so weit wie mit Ellie.
Am frühen Nachmittag kam noch eine Fototour dazu. Ich entdeckte einen kleinen Weg zu einer Bank, der dort in einer Sackgasse endete. Ein fantastischer Blick ins Land bot sich uns - hier werde ich mal eine Picknick-Pause machen. Später, wenn es etwas wärmer ist!
Der Asse-Höhenzug im Hintergrund
Am Rittergut in Lucklum
Auf dem Rückweg erwischte mich eine Regenfront, die den CRümel total einsiffen ließ. Der Dreck spritzte mir bis zum Knie hoch. Zwei Eimer Putzwasser waren nötig, um die kleine Kreidler wieder in strahlenden Glanz zu bringen!
Nun sind knapp 150 Kilometer mehr auf dem Tacho. Und das Wetter ist wieder mistig geworden. Aber ich konnte schon mal ausprobieren, wie schön es bald wieder wird!
Bei der Gelegenheit stellte ich fest, dass CRümel im Januar tüv-fällig gewesen war. Mal schauen, wann ich das jetzt nachholen kann!
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