Am 16.12.2018 paßte das Wetter mal.
Ich hatte mir beim Ausstatter einen Thermoanzug zugelegt. Zugegeben: mit dem Rückenprotektor (zusätzlich gekauft) und den Knieschützern hatte der Aufzug etwas von einem Tiefsee-Taucher. Einen Einteiler in der Wohnung anziehen kostet Zeit, Nerven und Schweiß.
Auf den Körper kam die Funktionsunterwäsche. Darüber ein Fleecepulli und eine Windbreaker-Jacke. Die Beine schützten eine Woll-Leggins. Die Füße mußten mit normalen Stricksocken vorlieb nehmen.
Und nun der Thermoanzug. Der war in der Beinlänge überdimensioniert - aber wenn ich auf dem Sattel bin, dann rutscht das Zeug ja immer noch weiter hoch, war mein Gedanke. So war es auch.
Ich watschelte mit lautem Geraschel in die Garage und startete CRümel. Der Motor bollerte ruhiger, gleichmäßiger und schon daran konnte ich erkennen: die Inspektion hatte sich gelohnt!
Die Hände in den Vintage-Handschuhen, und die wiederum in die Stulpen gestopft - es konnte losgehen.
CRümel lief und lief. Es machte unglaublich Freude, endlich mal wieder rauszukommen. Bei Temperaturen von 3 Grad ist irgendwann aber Schluß. Am Körper und am Kopf war alles okay - aber die Füße, die wurden klamm.
Erstaunt war ich über die Griffigkeit der Timsun-Reifen - sie taten brav ihren Dienst. Ich legte mich jetzt nicht in die Schräglage dafür, aber im normalen Fahrbetrieb war CRümel vertrauenswürdig.
Zeit für eine Fotopause.
In den Wasserpfützen waren die Ränder schon gefroren.
Auf der kleinen Runde kam mir nur ein weiterer Motorradfahrer entgegen - auf einer Crossmaschine. Er winkte begeistert und zeigte mir Daumen-hoch beim Vorbeifahren.
Nach nur fünfzig Kilometern hieß es: zurück nach Hause.
Am Bauch wurde es kalt. Ich hielt erneut an und drückte den Klettverschluß in dem Bereich fest an. Die weitere Fahrt nach Hause trat das Problem nicht mehr auf.
Fazit:
Wenn man ausreichend Zeug unter der Thermohülle anhat, und die Schutz-Klettverschlüsse sorgfältig schließt, bleibt man am Körper warm. Das Wohlfühl-Gefühl ist je nach Fahrertyp verschieden. Bei mir hat sich die Zeit der Auskühlung um etwa 30 Minuten nach hinten (also ins Positive) verschoben. Mit CRümel sind keine hohen Geschwindigkeiten möglich. Ich trainierte bei 80 - 90 km/h.
Mit dem Michelin-Gefühl muß man leben. Wer das nicht mag, hat zwei Möglichkeiten: sich grün und blau zu frieren, oder sollte Zuhause bleiben. Die Schwachstelle bleibt bei den Füßen.
Für die Psyche war die kleine Tour auf wenig befahrenen Wegen genau richtig.


Hallo Heike! Weil die Füße beim Winterfahren die Schwachstelle sind (und sind sie das nicht immer?), lass ich einen bewährten Tipp da. Ist keine Werbung, nur persönliche Erfahrung. Bis minus 10°C kann ich locker (mit dünnen Socken!) fahren, wenn ich diese Heizsohlen mit Akku in die Stiefel tu:
AntwortenLöschenhttps://www.heizteufel.de/Heizteufel-Premium-Heizbekleidung-und-Heizhandschuhe/Fusswaermer---Schuhwaermer---Einlegesohlen/Vollflaechig-beheizbare-Schuheinlegesohlen-inSole-deLuxe-.html
Die Akkus (Pro-Push-2) halten einen ganzen Fahrtag und wenn man den an den Stiefelrand klippt, dann stört es auch nicht.
Machen übrigens auch jeden Weihnachtsmarktbesuch perfekt, wenn den anderen die Füße beim Punschstandl gefrieren! ;-)
Ok, die sind nicht ganz billig aber halten ewig und für mich zahlen die sich auf jeden Fall aus!
Alles Gute bei deinen Wintertouren!