Das Fahren macht einfach Spaß mit der kleinen Maschine. Wir konnten Wege befahren, die trotz Rentnerralley und Hausmeisterbegutachtungen ("Eigentlich dürfen Sie hier ja nicht längs - aber mit so nem kleinen Mofa, da geht das schon ... " ) sic! ... ohne Streß für uns abgingen.
Pause am Wasserschutzgebiet, irgendwo in einem winzigen Wäldchen bei Dorstadt
Hofgut Dorstadt, Landkreis Wolfenbüttel
Und ab und an ernten wir heftige Begeisterung von Kennern. CRümel ist aus der Entfernung ein Blenderchen - erst bei genauem Hingucken merken viele: die ist ja niegelnagelneu. Tja ...
Ich habe jetzt knapp 1.300 Kilometer auf dem Tacho. Die Rechnung ergab 2.6 Liter auf 100 Kilometer. Demnächst steht ein Ölwechsel an. Die Zündkerze sieht gut aus - rehbraun, wie es sein soll. CRümel ist somit jetzt gut eingefahren.
Aber so ganz war ich nicht zufrieden. Da fehlte noch etwas markantes. CRümel sollte eine Zierverschönerung an die vordere Verkleidung bekommen. Ein markantes "Gesicht". Roller.com lieferte pünktlich und ich ging gut vorbereitet ans Werk. Ein helles Tuch, auf dem die Schrauben lagern sollten. Ein Teppich, wo die abgebauten Teile kratzsicher verwahrt werden.
Soweit, so gut.
Vielleicht hätte ich meinen Kaffee nicht aus diesem Becher trinken sollen ...
Ich löste zwei Schauben von den Halterungen an der vorderen Lampe, und legte sie auf ein Tuch. Die Verkleidung ging mitsamt der Plexiglas-Scheibe ganz einfach herunter.
Dann machte ich mich daran, die Umrandung zu verarbeiten. Sie war mit Metalldraht versehen, der ummantelt ist. Ich mußte schon wirklich arg drücken, damit sich der Wulst um die Plastikkante legte. Endlich war das Werk getan, und gefiel.
Dann ging es ans Anbauen der Verkleidung. Und als ich die erste Schraube greifen wollte, ertönte ein zartes "KLÖTERDIKLICK ätschibätsch" - und das kleine Ding verschwand durch eine Ausbuchtung am Tank in das Innenleben darunter.
Scheiße.
Ich leuchtete mit einer Taschenlampe, und konnte die kleine Schraube auch sehen: sie klemmte in einem Kabelstrang direkt unter dem Tank fest. Alles drücken, schütteln und fummeln brachte nichts. Die Schraube war verkeilt und kam nicht heraus.
Hm. Was tun? Abwarten, bis sie sich von selber löst? Das gefiel mir nicht. Wer weiß, wo sie dann Schaden anrichtete. Ich griff zum Telefon und rief den Zettfahrer an. Der war gerade damit beschäftigt, sein Auto zu polieren - das Wachs war schon aufgetragen. Nachdem ich eine Beschreibung des Problems losgelassen hatte, meinte er entspannt: "Die vibriert schon wieder raus."
Das war jetzt nicht wirklich eine Lösung für mich. Letztendlich packte Zetti Werkzeug ein, und machte sich auf den Weg. Nichtsahnend, dass es eine Vollsperrung auf der Autobahn gab und er mitsamt hunderten Autos entnervt im Stau stehen sollte.
Mittlerweile war es dunkel, und auch mit bösem Fluchen kam die Schraube nicht vorgekrochen. Ich kam auf den Gedanken, die Sitzbank abzubauen. Vielleicht wäre dann ein Herankommen an das fiese Teil möglich. Gesagt, getan. Der Heckbürzel ist mit dem Sitz verschraubt. Aber wenn man die Muttern an der Blinkerhalterung löst, purzeln die Blinkchen herunter, und die Bank läßt sich abnehmen.
CRümel stand so nackig da wie es möglich war. Die Schraube war trotzdem unauffindbar.
Zetti fuhr auf den Hof, ziemlich abgenervt von der Verkehrssituation. Er begutachtete das Chaos, welches sich ihm da auf dem dunklen Garagenvorplatz bot. Bevor es weitergehen sollte, mußte CRümel in die Garage. Auf dem dunklen Boden würde man nichts wiederfinden, was da herunter fallen würde. Nein, auch genaues hinhören würde da nichts bringen! Ich Besserwisser bekam genau die Ansage, die nötig war ...
Also schob ich CRümel hinein. Dann löste Zetti die Schrauben am Tank, legte den Benzinhahn um und hob den Tank ein wenig an. Pling - mit einem hellen und irgendwie gehässigen Ton purzelte Schräublein auf den Garagenboden. Zetti meinte grinsend: "Und das war alles?"
Manchmal könnte ich ihn ...
Die nächste Frage von ihm kam gleich darauf: warum ließen sich die Tankschrauben so leicht lösen?
Lösung: Weil der Gummipuffer fehlte!
Und ich erinnerte mich an das Teil, was da irgendwo bei der Batterie herumgetrudelt war. Zum Glück hatte ich es nicht weggeworfen. Es erinnerte an einen Kinder-Legostein. Nur mit 2 erhabenen Löcher-Vorrichtungen.
Das war der Gummipuffer, der unter die Tankverschraubung gehörte! Da hatten die Hersteller wohl nicht mehr gewußt, was das Teil sollte - und es einfach unter die Sitzbank gelegt.
Wir schraubten alles zusammen, was zusammen gehörte. Das Ergebnis der ganzen Aktion sah dann so aus:
Nochmal als Vergleich: Vorher
Und Nachher
Die obere Kante der Verschönerung wird demnächst bei Zetti in der Werkstatt mit richtigem Werkzeug angeschrägt, und die Schnittstelle mit einem Schrumpfschlauch verkleidet. Bis über die Scheibe soll sie nicht - dann komme ich nicht mehr ran an das Plexiglas, falls das mal nötig sein sollte. Ich habe jetzt erst einmal die Nase voll von Basteleien.
Von vorne, ohne Beleuchtung, sieht es so aus als hätte die Lampe auch eine Umrandung. Das wollte ich zuerst machen. Das geht aber nicht aus Platzmangel. Unten wäre es okay - aber oben schlägt die Lampe fast an die Verkleidung. Die Lampe mittig setzen gibt mir zuwenig Scheinwerferlicht im Dunkeln. Ich möchte schon gerne etwas weiter ausgeleuchtete Straße haben.
Keep on ... Riding / Screwing ... what ever!
Der Zettfahrer stand auf dem Rückweg übrigens noch einmal im Stau. Er brauchte für die 50 Kilometer fast drei Stunden ... der Gute. Helfer in der technischen Not. DANKE :)






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